Christian Nickel im Strandkorb-Geplauder

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Publikumsliebling Christian Nickel spielt „Peer Gynt“.

Der zweifache Hersfeldpreisträger spricht im Strandkorb über seine diesjährige Hauptrolle in "Peer Gynt".

Bad Hersfeld. Nach „Hexenjagd“ und „Martin Luther – Der Anschlag“ ist er nun zum dritten Mal in Folge in einer Hauptrolle bei den Festspiele zu sehen: Christian Nickel spielt die Titelfigur im diesjährigen Stück „Peer Gynt“. In Bad Hersfeld fühlt sich der zweifache Hersfeldpreisträger daher schon fast heimisch: „Ich bin schon sehr vertraut mit dem Ort und mit der fantastischen Bühne – aber es gibt auch immer noch etwas zu entdecken.“ Zu seiner diesjährigen Rolle hat er eine besondere Beziehung, denn der Zufall will es, dass er schon einmal, vor 21 Jahren, Peer Gynt spielte – und das sogar ebenfalls unter der Regie von Robert Schuster. „Ich habe das damals gerne gespielt“, sagt er, „und hatte auch nicht den Eindruck, dass ich damit abgeschlossen hätte.“ Das Stück sei wie eine Schatztruhe: „Wenn man tiefer schürft, findet man immer neue Sachen.“ Und natürlich habe sich im Abstand von über 20 Jahren auch bei Hauptdarsteller und Regisseur der Fokus verschoben. „Damals konnte ich noch so tun, als wäre ich ein junger Mann“, berichtet er mit einem Schmunzeln. Diesmal werde der Fokus hingegen auf eine Betrachtung aus der Lebensmitte heraus gelegt. Denn Peer Gynt, der Träumer und Aufschneider, befasst sich selbst immer wieder mit den grundlegenden Fragen: „Wer bin ich? Was wollte ich? Und was kommt noch? Je älter man wird, desto intensiver beschäftigt man sich mit diesen Fragen“, so Nickel.

Doch bei allem philosophischen Tiefgang wird es auch ein märchenhaftes, spielerisches Stück. „Es gibt auch viele unterhaltsame und komische Elemente“, verspricht Nickel. Ebenso wird es auch Bezüge zu aktuellen Themen geben, auf ansprechende Weise präsentiert. „Wir nähern uns damit glaube ich dem Begriff des Volkstheaters im Besten Sinne an, mit einer sehr spielerischen Form aber auch mit Anspruch“, erklärt er und fügt hinzu: „Ich denke, dass sich jeder diesem Märchen hingeben kann und dabei auch gut unterhalten wird.“

Davor liegt nun freilich noch Einiges an Arbeit, zumal es sich bei dem Text um eine Versdichtung handelt. „Der Text hat eine Art Musik, wie eine Komposition. Ich mag das sehr gerne“. Denn es dauere dann zwar etwas länger, den Text zu beherrschen, aber dafür sitze er dann umso besser. „Es ist ein sehr verführerischer, schöner Text – und dann auch noch gespickt mit diesen spannenden, grundlegenden Fragen“, schwärmt er. Er vergleicht die Proben dabei gerne mit einer Reise: „Das hat für mich ein aktives Erleben, wie einen Berg zu besteigen, wo man sich stets bewusst macht, wo man gerade steht.“ In diesem Sinne hofft er, dass auch seine diesjährige Reise in Bad Hersfeld ein spannendes Erlebnis wird.

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