Kreissl fordert Absage des Hessentags 2019

Stadtverordneter Jochen Kreissl ist der Meinung, die Stadt Bad Hersfeld könne die Ausrichtung des Hessentags finanziell nicht stemmen.

Bad Hersfeld. Auf der nächsten Stadtverordnetenversammlung wird Jochen Kreissl (NBL) beantragen, die Ausrichtung des Hessentags in Bad Hersfeld 2019 wieder abzusagen. Grund ist die veränderte Finanzsituation der Stadt. Der Haushalt könne derzeit nur durch eine Erhöhung von Grund- und Gewerbesteuer ausgelichen werden, zusätzlich wurde von der Kommunalaufsicht angeordnet, die neuverschuldung deutlich zu begrenzen. „Die Finanzplanung ist inzwischen von der Realität überholt worden. Sie ist hinfällig“ meint Kreissl. Angesichts der Aussage von Bürgermeister Thomas Fehling, dass es ein „weiter so“ beim Schuldenmachen nicht geben dürfe, mahnt Kreissl an, dass die veranschlagten Kosten für den Hessentag sich auf insgesamt 13 Mio. Euro belaufen. Demgegenüber stehen mögliche Fördergelder in Höhe von 6,5 Mio. Euro. „Wir gehen also mit Verbindlichkeiten von 6,5 Mio Euro aus dem Hessentag heraus“, so Kreissl. Ebenfalls führt er das Beispiel Rüsselsheim an: Der diesjährigen Hessentags-Stadt drohe ein Schulden-Debakel, 27,3 Mio Euro Defizit drohen. „Viele Bürger in Rüsselsheim haben kein Verständnis dafür, dass bei einem solchen Schuldenstand noch ein Hessentag gefeiert wird“, sagt Kreissl, und vermutet, dass dies auch in Bad Hersfeld der Fall ist. Auf jeden Fall sollten die Bürger seiner Ansicht nach hierzu um ihre Meinung gefragt werden. Schließlich sei auch eine Rücknahme der Hessentags-Bewerbung nicht ohne Beispiel: In den vergangenen Jahren waren Vellmar und Alsfeld diesen Schritt gegangen, als festgestellt wurde, dass der Hessentag finanziell nicht zu stemmen war. Und für Bad Hersfeld gelte das gleiche: „Wir können uns den Hessentag nicht leisten. Wir leben jetzt schon auf Pump“, fasst Kreissl die Lage abschließend zusammen.

Rubriklistenbild: © Fotostudio Blitzlicht

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