Eichhof bleibt als Spielstätte und Hessentagsarena kommt

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Die Hessentagsarena ist beschlossene Sache. Lediglich über den Ort für diese muss noch entschieden werden.

Kritik am Umgang mit den Festspielgeldern wurde am Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung mehrmals zu vernehmen. Erfreulich ist dagegen, dass der Eichhof als Spielstätte erhalten bleibt und auch eine Hessentagsarena bewilligt wurde.

Bad Hersfeld. Scharfe Worte von Karsten Vollmar, SPD-Fraktionsvorsitzender, gab es am Donnerstagabend zur Stadtverordnetenversammlung in der Bad Hersfelder Stadthalle.

Festspielfinanzen besser kontrollieren

Zum Thema des Festspiele Teilhaushaltsplans 2017 kritisierte Vollmar „die Spitze des Rathauses“ und warf vor, nicht verantwortungsbewusst mit dem Geld der Bürger umzugehen. Zudem sprach er sich gegen die vorgeschlagene gGmbH aus, wie er später nochmals verdeutlichte: „Das Finanzmanagement der Festspiele sollte in den Händen von Experten liegen.“ Als Mitglied des Haupt- und Finanzausschusses könne und wolle er nicht diese Verantwortung tragen.

Andreas Rey, CDU-Fraktionsvorsitzender lobte dahingehend die bisherige Arbeit von Andrea Jung, die langjährige Veranstaltungsmanagerin ist und vor kurzem Kaufmännische Leiterin der Festspiele wurde. Zum Festspieldefizit äußerte sich Rey überrascht. Er hätte ein überschaubares Defizit erwartet, betonte aber auch die Qualität der Festspiele, die aufrecht erhalten werden soll.

Unverständnis zeigte Hans-Jürgen Schülbe von der UBH: „Die Personalkosten sind auf 670.000 Euro gestiegen, zudem kostet die Musik mittlerweile schon 460.000 Euro.“ Schülbe steht ebenfalls hinter Jung und hofft auf eine bessere Finanzkontrolle als Ziel. Jürgen Richter von der FWG fordert mehr Transparenz und Kommunikation zwischen Verwaltung und Politik.

Jochen Kreissl erinnerte an Holk Freytag, Dieter Wedels Vorgänger als Intendant. „Freitag wollte, durfte aber kein besseres Niveau anbieten“, bemerkte Kreissl. Er fragte die Stadtverordneten auch, ob die Stadt die Wedelschen Festspiele brauche. „Erwähnungen der Festspiele in der Bunten sind das nicht wert“, sagte Kreissl und weiter, „hier wird nicht sorgsam mit dem Geld der Bürger umgegangen“. Trotz aller Kritik wurden die überplanmäßig bereitgestellten Gelder mit 19 Stimmen bewilligt.

Der Eichhof wird weiter bespielt

Einig waren sich die Stadtverordneten auch, dass die Zuständigkeit bei Entscheidungen über die Festspiele – insofern es der Intendantenvertrag nicht anders benennt – nicht aus den Händen der Stadtverordneten genommen werden sollte. Wie Fehling mitteilte, wurde der Aufruhr der Politik und Bürger vernommen und Wedel hat sich dazu entschieden, 2018 doch ein Stück im Eichhof anzubieten. Von verschiedenen Stadtverordneten wurde betont, dass der Eichhof, wie auch die Stiftsruine einfach zu den Festspielen gehören, verstanden aber auch, dass die Verwendung der Spielwiese und das Aufstellen des Theaterzeltes dem Intendanten überlassen ist.

Hessentagsarena kommt

Einig waren sich die Stadtverordneten beim Thema einer kommenden Hessentagsarena. Es steht zwar noch nicht fest, wo diese einen Platz findet, doch sie wird kommen.

Unklarheit über städtische Schulden

Einerseits wurde gefordert, dass der Magistrat einen zeitnahen 10-Jahresplan erstellt, um den Ausstieg aus den Schulden zu sichern. Es ist die Rede davon, die hohen städtischen Schulden erheblich zu vermindern. Bürgermeister Thomas Fehling bemerkte jedoch, dass im Antrag klar definiert sein muss, wie viel Gelder in den zehn Jahren eingespart werden sollen, also was genau mit dem Wort ‘erheblich’ gemeint ist.

Rüge für Magistrat

Am 4. Mai stellte die SPD-Fraktion eine Anfrage an den Magistrat, um Auskunft über die Breitzbachstraße in Kathus zu bekommen. Diese Antwort blieb jedoch bis Anfang November aus. Die Stadtverordneten einigten sich darauf, dass der Magis­trat für die mehrmonatige Nichtbeantwortung gerügt wird. (Anm. d. Red.: Wie der KA am 11./12. November berichtete, wurde die SPD aufgrund einer Pressemitteilung vor kurzem ebenfalls gerügt.)

Die Ulli-Meiß-Chöre

Andrea Zietz, Fraktionsvorsitzende von Grüne/NBL, erklärte, dass die Ulli-Meiß-Chöre nicht erst im Herbst auftreten können. Die jungen Mitglieder des Chores haben nach den Sommerferien bis zum Herbst mit genügend schulischen Aktivitäten zu tun, sodass keine Zeit bleiben würde, auch mit dem Chor zu proben. Fehling ergänzte dazu, dass an jedem Wochenende während der Festspielzeit, an dem die Chöre auftreten auch kein Festspielstück zur selben Zeit gespielt werden könne. Dennoch soll noch eine Lösung für die Chöre gefunden werden.

Die Einrichtung einer Festspielkommission zur Neuordnung wurde unter anderem aus den eingangs erwähnten Gründen abgelehnt.

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