Kreiselternbeirat berät sich mit Kultusminister Prof. Dr. Lorz

Über die Zukunft der Schulen berieten (v.li.) Reinh ard Pilz (Vorsitzender Landeselternbeirat), Kultusminister Dr. Alexander Lorz, Karsten Becker (Kreisbeigeordneter Hersfeld-Rotenburg) und Stefan Reuß (Landrat Werra-Meißner-Kreis). Foto: Ling

Über die Zukunft der Schulen berieten die Kreiselternbeiräte bei einem Treffen mit Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz

Um die Situation der Schulen im ländlichen Raum ging es beim Treffen der hessischen Kreis- und Stadtelternbeiräte in der Adam-von-Trott-Schule am vergangenen Wochenende. Zahlreiche Vorstandsmitglieder der Elterngremien ebenso wie Vertreter der Kommunalpolitik sowie des staatlichen Schulamtes waren der Einladung der beiden Kreiselternbeiräte des Schulbezirks Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner gefolgt, war doch als besonderer Gast der hessische Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz zugegen – eine Gelegenheit zum fachlichen Austausch, die gerne wahrgenommen wurde, wie die engagierte Diskussion zeigte. Der Kultusminister freute sich, dabei eine weitere Schule in seiner Zuständigtkeit kennenzulernen – noch dazu eine besondere, wie Landrat Stefan Reuß anmerkte. Die Adam-von-Trott Schule soll nämlich in einen „Schulcampus“ verwandelt werden, der die kompletten Jahrgangsstufen 1 bis 13 beinhaltet. „Angesischts sinkender Schülerzahlen brauchen wir neue Ideen im ländlichen Raum“, so Reuß. Darum ging es auch im Vortrag von Ministerialrat Ralf Hörnig: „Demografie und regionale Schulentwicklung“. Ziel der Schulentwicklung müsse sein, ein bedarfsdeckendes Schulangebot bereitzustellen, was aber angesichts sinkender Schülerzahlen und großer Differenzen zwischen Ballungegebieten und ländlichem Raum immer schwieriger werde. Die Privatisierung kleinerer Schulen bewertete er nicht als passablen Ausweg, denn das Schulangebot sei eine kommunale Verpflichtung, andere Träger sollten das Angebot nur bereichern, aber nicht ersetzen. Kleinstschulen mit Einheitsklassen stellen ebenfalls besondere Herausforderungen dar. Als mögliche Lösung werden in Zukunft Verbundschulen gesehen: Mit einer Zusammenlegung der Verwaltungen könnten kleinere Schulstandorte gewissermaßen als Zweigstellen der größeren Schulen erhalten werden. Das setze aber im Einzelfall Zusammenarbeit zwischen den Standortgemeinden, bisweilen auch über Kreisgrenzen hinweg, voraus. Kultusminister Dr. Lorz ergänzte, man sei sich im Minis-terium der besonderen He-rausforderungen der Schulen durchaus bewusst. Grund-sätzlich wolle man am Erhalt der Schulstandorte mitwirken, da diese ohne frage Kristallisationspunkte des Ortslebens im ländlichen Raum seien. Auch gälten in Hessen als Mittelgebirgsland ganz andere Maßstäbe, was akzeptable Schulwege betreffe – 10 Kilometer Anfahrt seien hier eben deutlich länger als im flachen Niedersachsen. Deshalb wolle man „solange eine lebensfähige Perspektive gegeben ist, versuchen, die Schulen zu erhalten“, so Lorz. Dabei werde auch die ohnehin großzügige Mindestgröße nicht unbedingt sklavisch befolgt: ein oder zwei Jahre darunter könne man notfalls auch überbrücken, wenn die langfristige Bevölkerungsentwicklung positiv aussehe, versicherte er auf entsprechende Nachfragen. „Wir waren sehr stolz, dass wir die Möglichkeit hatten, diese Veranstaltung, passend zum Thema auch in unseren kleinen Landkreisen, durchfühen zu können“, so Angela Andersohn vom Kreiselternbeirat Hersfeld-Rotenburg. Die Organisatoren bedaken sich bei allen Teilnehmern und Gästen für die gelungene und informative Veranstaltung.

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