"Hexenjagd": Vorstellung des neuen Ensembles 

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Festspiel-Intendant Dieter Wedel hat einige Änderungen am Stück vorgenommen, und es gibt auch ein paar neue Gesichter.

Bad Hersfeld. „Hexenjagd“ unter Regie von Festspiel-Intendant Dieter Wedel war im vergangenen Jahr ein großer Erfolg. Grund genug, das Stück noch einmal auf den Spielplan zu setzen – allerdings in veränderter Fassung. Schon im vergangene Jahr hatte sich Wedel bei der Inszenierung an aktuellen Fällen von „Hexenjagden“ orientiert, wie er berichtet. Die zwischenzeitlichen Ereignisse um „Fake News“ hinterließen aber den Eindruck, dass sich diese Voraussetzungen für das Stück gewandelt haben: Es zeige sich, dass auch die Jäger leicht zu Gejagten werden können. Das veranlasste Wedel zu einigen Änderungen in der Inszenierung. „Das ist das tolle an so einem Text“, meint Wedel, „dass man darin immer wieder Dinge entdeckt, die auch genau auf uns heute passen.“

Doch nicht nur wegen der neuerlichen Aktualität lohne es sich, das Stück noch einmal zu sehen, meint Joern Hinkel, künstlerischer Leiter der Festspiele: Immerhin gehöre es definitiv zu den erfolgreichsten Festspiel-Stücken der vergangenen Jahre und ein solch herausragendes Ensemble werde es so bald nicht wieder geben: „Das ist die letzte Gelegenheit“. Auch Dieter Wedel lobte die „besonders glückliche und schöne Zusammenarbeit“ in diesem Ensemble. Einige Veränderungen stehen aber in diesem Jahr bei der Besetzung an. So wird Motsi Mabuse nicht bei allen Aufführungen dabei sein und stattdessen die Rolle der Tituba mit ihrer Schwester Otlile Mabuse teilen. Für „Oti“ eine neue Herausforderung: „Ich bin sehr nervös, aber es ist auch ganz toll. Ich bin sehr dankbar, mit euch zu arbeiten“, sagt sie. Tilo Keiner, der im letzten Jahr im Märchenstück „Die Goldene Gans“ mitspielte und auch derzeit in „Martin Luther – der Anschlag“ als Spalatin zu sehen ist, wird mit Reverend Parris eine zentrale Figur des Stücks übernehmen, denn Parris tut sich in der Hexenjagd als eifriger Denunziant hervor. „Man fragt sich als Schauspieler stets, was treibt einen Mann an, sich zu verhalten, so ein Schwein zu sein?“, fragt der Schauspieler. Seine Antwort: Angst um seine Führungsrolle: „Das erlebt man immer wieder, das jemand gegen andere hetzt, um von seiner eigenen Position abzulenken.“ Simone Kabst steht ebenfalls in „Martin Luther – der Anschlag“ als Barbara Cranach auf der Bühne und wird in „Hexenjagd“ Susanna Walcott spielen. Sie selbst hat bereits vor 20 Jahren die Rolle der Abigail gespielt.

Corinna Pohlmann aus der bisherigen Besetzung ist umso gespannter darauf, ob sich die Spannung aus dem letzten Jahr auch wieder in dem veränderten Stück erzeugen lassen werde: „Das wäre für mich ein Grund, es nochmal anzusehen.“ Auch Brigitte Grothum, die als Rebecca Nurse das Publikum begeisterte, bekräftigt, dass das Stück nun noch einmal in einem ganz neuen Blickwinkel erscheine und dieselben Sätze plötzlich eine ganz andere Bedeutung bekommen.

Zufrieden zeigte sich Bürgermeister Thomas Fehling bei der Vorstellung des neuen/alten Ensembles mit dem bisherigen Verlauf der Festspiele. Nach einem guten Start werden nun auch die weiteren Premieren, „Titanic“ in dieser Woche und dann die neue „Hexenjagd“, zu einer tollen Saison beitragen.

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