12 Millionen Euro für Hohenroda

Bürgermeister Andre Stenda vor dem Schloss in Hohenroda-Oberbreitzbach. Foto: Blöthner

Vier Jahre im Amt, 12 Millionen Euro Gewerbesteuerrückzahlung: Ein Gespräch mit Hohenrodas Bürgermeister Andre Stenda

Hohenroda.  Am 1. Sep­tember 2013 wurde Andre Stenda zum Bürgermeister von Hohenroda gewählt. Kurz vor dem anstehenden vierjährigen Jubiläum traf sich der Kreisanzeiger mit ihm zum Gespräch im Rathaus.

Aktuell besteht auch wegen etwas anderem Anlass zur Freude: Die Gemeinde bekam kürzlich 12 Millionen Euro Gewerbesteuerrückzahlungen. Zwar lief das Verfahren ­mehrere Jahre, doch schluss­endlich wurde es zugunsten Hohenrodas entschieden. Im Mittelpunkt der Verhandlung stand das Firmengelände von K+S. Dieses hat zwar in ­Philippsthal seine Zufahrt, ein Großteil der Halde be-­findet sich aber auf dem Gebiet von Hohenroda.

Daher merkte Stenda in ­einem KA-Gespräch im ­Februar 2016 an, dass auch Hohenroda Gewerbesteuer zustehe. Bei dem Betrag ­handelt es sich aber nur um die Rückzahlungen bis 2007. Alle Ansprüche auf die Gelder vor 2007 sind verjährt. „Ich mache niemandem Vorwürfe, dass ein Teil der Ansprüche verjährt ist. Es war schon ­immer mein Ziel, nach vorne zu schauen“, freut sich ­Stenda, der ergänzt, dass das Ver­fahren viel Arbeit, Zeit und Kraft gekostet hat. Im damaligen KA-Gespräch erklärte Stenda überzeugt: „Zukünftige Generationen sollen nicht mit den Schulden der Vergangenheit belastet werden“, und aktuell bestätigt der Bürgermeister, „das gilt auch heute noch“.

Keine Luftschlösser bauen

Aufgrund der Rückzahlung ist die Gemeinde nun auch schuldenfrei. „Das Ziel wurde wesentlich schneller erreicht, als erhofft“, ergänzt Stenda, aber „wir wollen keine Luftschlösser bauen und statt-­dessen unsere schlanke Haushaltsführung beibehalten.“

Nach aktueller Lage wird ­Hohenroda die letzten Dar-­lehen und Verbindlichkeiten hinsichtlich der gemachten Schulden ab 2021 los. Eine Senkung der Grundsteuer sieht Stenda für möglich, ­allerdings nur realisierbar, wenn der Haushalt es zulässt. „Das Ziel soll es aber sein, ­antizyklisch zu handeln und damit unter den Durchschnitt des Landkreises zu kommen“, sagt Stenda. Konkret ist damit vorerst die Senkung der Grundsteuer von 550 auf 500 Prozentpunkte gemeint.

Ein Umzug der Gemeindeverwaltung ins Dorfgemeinschaftshaus und der Verkauf des Schlosses sind zudem für 2019 angedacht. „Für den Verkauf sind die Vorverträge bereits unterzeichnet“, erwähnt Stenda. Im Hinblick auf K+S ist ­Stenda „sehr stolz, so einen Arbeitgeber hier in der ­Region zu haben“ und ­arbeitet mit dem Aktionsbündnis daran, die Kali-­kumpels ihre Arbeit wieder in vollem Umfang ausführen zu lassen.

Den eigenen Stempel aufgedrückt

Touristisch gefällt Stenda die derzeitige Situation auch sehr: „Mit dem Lichterfest ­haben wir einen Knüller in der Region verankert.“ Außerdem finden noch die Wandermärkte statt und die nördliche Kuppenrhön als „Branding“ der näheren Umgebung trägt zur Attraktivität bei. Vier ­Jahre im Amt be­deutet auch, dass Stendas ­erste Amtsperiode in zwei Jahren vorbei ist. „Ich bin noch lange nicht amtsmüde“, stellt er klar. Stenda: „Für mich steht jetzt schon fest, dass ich erneut kandidieren werde und ­Hohenroda erwartet durch die Schuldenfreiheit einen ­interessanten Neustart.“ Mit Hohenroda habe er eine­ ­schöne Gemeinde erwischt, „in der ich froh bin, mein Amt ausführen zu dürfen“, so Stenda abschließend.

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