Hornbys Ein-Mann-Stück "Nipplejesus" an einem ganz besonderen Ort

Andréz Mendez in "Nipplejesus".
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Andréz Mendez in "Nipplejesus".

Andrés Mendez begeistert mit Nock Hornbys "Nipplejesus" in der Kapelle des Bad Hersfelder Stadtmuseums.

Bad Hersfeld - „Nipplejesus“ – das klingt irgendwie komisch. Anstößig. Pornografisch. Was sich tatsächlich hinter dem Ein-Mann-Stück verbirgt, das Festspielschauspieler Andrés Mendez („Shakespeare in Love“) in der Regie von Festspiel-Dramaturgin Dr. Bettina Wilts in der Kapelle des Museums im Stift auf die Bühne bringt, ist nichts davon.

70 Minuten spielt Mendez in dem Stück von Nick Hornby („A long way down“) einen Museumswärter, der ein Bild bewachen muss, das auf den ersten Blick einen leidenden Jesus zeigt. Erst, wenn man ganz nah herangeht, wird klar, dass das Bild aus tausenden weiblichen Brüsten zusammengesetzt ist.

Der Wärter Dave ist erst einmal verwirrt. Ebenso wie die Besucher, die den Raum betreten. Eine Welle der Entrüstung erhebt sich unter den Museumsbesuchern, doch Daves Blick auf das Bild mit dem Titel „Nipplejesus“ wandelt sich mit der Zeit. Er erzählt davon, wie er die Künstlerin (ja, es ist eine Frau) kennenlernt und ab da sieht Dave das Bild als „seines“ an. Er verteidigt es gegen Angriffe und legt sich sogar mit Museumsbesuchern an. Doch er kann nicht verhindern, dass Aktivisten das Kunstwerk zerstören. Was dann aber passiert, ahnen weder er noch die Zuschauer.

Moderne Kunst

Mendez begeistert in seinem Monolog mit klarer Akzentuierung und präziser Interpretation des Textes. Er unterhält, auch wenn das Bild nur erwähnt wird und dessen tatsächliches Erscheinungsbild der Fantasie des Publikums überlassen bleibt. Eine Skulptur aus Gießkannen, Besen und Fliegenklatschen von Dietmar Wolf, dem Technischen Leiter der Festspiele, hingegen ist allgegenwärtig. Moderne Kunst? Oder kann das weg?

Nick Hornbys Stück „Nipplejesus“ ist auch ein bisschen eine Abrechnung mit der modernen Kunst. Die Idee von Wilts, das Stück in einem echten Museum und in einer echten Kapelle zu inszenieren, gibt dem Monolog eine ganz besondere Atmosphäre. Es ist ein sehr intimes Theater, denn der Zuschauerraum enthält nur 40 Sitzplätze. „Nipplejesus“ wird keine Minute langweilig, denn Andrés Mendez beherrscht Text, Mimik, Gestik – und nicht zuletzt das Publikum – voller Energie.

„Nipplejesus“ wird insgesamt elfmal im Bad Hersfelder Stadtmuseum an der Stiftsruine gespielt. Aufführungstermine und (wenige) Tickets gibt es noch unter www.bad-hersfelder-festspiele.de .

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