Hungrige Zecken - Zeckenaktivität in Bad Hersfeld steigt an

Bad Hersfeld. Der beginnende Frühling treibt nicht nur sonnenhungrige Hessen aus ihren Häusern. Auch der Gemeine Holzbock, landläufig Zecke genannt

Bad Hersfeld. Der beginnende Frühling treibt nicht nur sonnenhungrige Hessen aus ihren Häusern. Auch der Gemeine Holzbock, landläufig Zecke genannt, fühlt sich mit steigenden Temperaturen immer wohler. Und er wird hungriger. Das Ergebnis: Haus- und Hautärzte sind zunehmend mit Zeckenstichen konfrontiert, die Gefahr einer Infektion mit Lyme-Borreliose oder der gefährlichen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wächst jetzt wöchentlich.

Wer sich für die aktuellen Zeckenaktivitäten in und rund um Bad Hersfeld interessiert, sollte einen Blick auf die Internetseite www.zeckenwetter.de werfen. Dort kann man die aktuellen Gefährdungsgrade auf einer interaktiven Karte für ganz Deutschland abrufen – landkreisgenau. "Das ist aus meiner Sicht eine prima Möglichkeit, um die aktuelle Risikosituation einschätzen zu können", sagt Jürgen Wetzel, AOK-Chef für den Kreis Hersfeld-Rotenburg.

Borreliose bricht erst Tage oder Wochen nach Zeckenstich aus

Ein Zeckenstich an sich ist nicht gefährlich. Nach Angaben des Internetportals Zeckenwetter.de sind allerdings fünf bis 35 Prozent der Zecken mit Bakterien befallen, die hessenweit (und auch bundesweit) Lyme-Borreliose hervorrufen können. Das Krankheitsbild ist dabei sehr vielgestaltig. Nach einer Infektion dauert es Tage bis Wochen, bis die Erkrankung ausbricht. Im Anfangsstadium bildet sich um die Einstichstelle herum meist eine Rötung der Haut mit blassem Mittelfeld, die sich mehr oder weniger ringförmig ausbreitet und von leichtem Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Abgeschlagenheit begleitet sein kann.

"Gehen Sie bei solchen Anzeichen sofort zum Arzt. Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, lässt sie sich mit Antibiotika gut behandeln", sagt Wetzel. Lyme-Borreliose kommt hierzulande sehr viel häufiger vor als die Infektionskrankheit FSME, die eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhaut hervorrufen kann. Einmal ausgebrochen, ist sie nicht behandelbar. Laut RKI wurden im Jahr 2009 in Deutschland insgesamt 313 FSME-Erkrankungen gemeldet. FSME wird durch Viren ausgelöst, die in bestimmten Gebieten vorkommen.

In Hessen sind die Landkreise Marburg-Biedenkopf, Main-Kinzig, Offenbach-Main, Darmstadt-Dieburg, Odenwald, Groß-Gerau und Bergstraße als Risikogebiete ausgewiesen. "Wer sich hier in die Natur begibt, sollte sich auf jeden Fall gegen FSME impfen lassen", betont der Biologe und Zeckenforscher Dr. Olaf Kahl. Einzelne Fälle von FSME traten aber auch in Offenbach, Frankfurt/Main, Wiesbaden und den Kreisen Limburg-Weilburg, Lahn-Dill, Gießen, Fulda, Schwalm-Eder und Werra-Meißner auf.Zeckenstiche vermeiden

Empfehlenswert ist es, Zeckenstiche von vornherein zu vermeiden. So sollten Spaziergänger möglichst auf festen Wegen bleiben und Unterholz, hohes Gras sowie den Kontakt zu Pflanzen am Wegesrand meiden. Sinnvoll ist es auch, geschlossene Schuhe und lange Hosen zu tragen und die Hosenbeine in die Socken zu stecken. Auf heller, einfarbiger Kleidung kann man Zecken nach dem Spaziergang am besten erkennen.

Nach einem Waldbesuch gilt es,  Körper und Kleidung gründlich nach Zecken absuchen. "Hat sich dennoch eine Zecke festgebissen, sollte sie sofort entfernt werden", rät Kahl. Am besten geht das mit einer Zeckenzange oder einer gut schließenden Pinzette, die man in jeder Apotheke kaufen kann. Die Borreliose-Erreger befinden sich zu Beginn des Saugakts im Darm der Zecke und werden meist erst bei längerem Saugen nach etwa 24 Stunden übertragen. Wird die Zecke schnell entfernt, ist das Infektionsrisiko dagegen gering.

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