Immer mehr Landschildköten „gehen stiften“: Das Regierungspräsidium gibt Tipps

Region. Die warmen bis heißen Tage haben aus den sonst so bedächtigen Landschildkröten wahre Energiebündel gemacht, die reihenweise ausbüchsen. W

Region. Die warmen bis heißen Tage haben aus den sonst so bedächtigen Landschildkröten wahre Energiebündel gemacht, die reihenweise ausbüchsen. Weil es sich um artgeschützte Tiere handelt, gehen Meldungen über die Ausreißer auch in der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium ein. Allein in den vergangenen zwei Wochen waren es fünf Meldungen, aber die Artenschützer im RP gehen davon aus, dass es tatsächlich wesentlich mehr sind.

Michael Conrad, Pressesprecher des RP Kassel: "Es kommt derzeit immer häufiger vor, dass die Tiere aus dem Gehege entlaufen und schließlich nach Wochen oder Monaten in fremden Gärten oder in Wald und Wiese gefunden werden." Die Arten Griechische Landschildkröte, Vier-Zehen-Landschildkröte und Maurische Landschildkröte sind in privaten Haushalten die am häufigsten gehaltenen artgeschützten Tiere.

Zu artgeschützten Fundtieren rät das Regierungspräsidium:

– Fundtiere unterliegen dem Fundrecht. Daraus entsteht für den Finder die Pflicht, das Fundtier unverzüglich bei der Gemeinde des Fundortes anzuzeigen. Die Gemeinde sorgt in der Regel für eine artgemäße Unterbringung, z. B. durch Weitergabe in ein Tierheim oder durch Belassen beim Finder, wenn dort geeignete Möglichkeiten bestehen.

– Viele Eigentümer wenden sich bei einem Verlust ihres Tieres an das Tierheim. Aus diesem Grund ist es auf jeden Fall empfehlenswert, im Tierheim nachzufragen, ob eine Landschildkröte als vermisst gemeldet wurde.

– Da es sich bei Landschildkröten um geschützte Arten handelt, ist auch die zuständige Behörde für Internationalen Artenschutz zu informieren. In Hessen sind dies die Regierungspräsidien als Obere Naturschutzbehörde). Wichtig für die Mitarbeiter der Behörde sind die genaue Angabe des Fundorts und des Funddatums sowie das Anfertigen je eines Fotos vom Bauch- und Rückenpanzer.

– Da für Wirbeltiere besonders geschützter Arten eine Meldepflicht besteht, können der Fundort sowie die Daten (insbesondere Fotos) des Fundtiers mit den Daten registrierter Tiere abgeglichen werden. Im günstigsten Fall kann das Fundtier einem Eigentümer zugeordnet werden.

– Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben ist für einen Zeitraum von sechs Monaten (beginnend mit der Anzeige des Fundes) abzuwarten, ob sich der rechtmäßige Eigentümer noch meldet. Ist dem Fundtier kein rechtmäßiger Eigentümer zuzuordnen, wird durch das Tierheim oder das Regierungspräsidium nach einer geeigneten dauerhaften Unterbringungsmöglichkeit gesucht. Die Abgabe eines Fundtiers an eine geeignete Pflegestelle findet im Rahmen eines Übergabe- oder Leihvertrags statt.

Die Haltung einer Landschildkröte ist immer meldepflichtig!

Auf weitere Fragen antworten im Regierungspräsidium:

Andrea Caßelmann, Tel.: 0561/106-46 16, Mail: andrea.casselmann@rpks.hessen.de

Reinhard Rust, Tel.: 0561/106-45 71, Mail: reinhard.rust@rpks.hessen.de

Sabine Schnellbächer, Tel.: 0561/106-46 18, Mail: sabine.schnellbaecher@rpks.hessen.de

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