Immer noch zu wenig Ausbildungsstellen - Rückgang besorgt Gesellschaften

Waldhessen. Für den DGB Hessen-Thüringen bedeutet der Einbruch bei den freien Stellen ein erstes Anzeichen dafür, dass sich die Krise im Euroraum j

Waldhessen. Für den DGB Hessen-Thüringen bedeutet der Einbruch bei den freien Stellen ein erstes Anzeichen dafür, dass sich die Krise im Euroraum jetzt auch auf den hessischen Arbeitsmarkt bemerkbar macht. Der DGB-Bezirksvorsitzende Stefan Körzell: "Sichere Anzeichen dafür ist der deutliche Anstieg der Arbeitslosengeld-I-Bezieher.

Auf diese Situation müssen sich die hessischen Arbeitgeber einstellen, um einer möglichen Zuspitzung am Arbeitsmarkt zu begegnen. Sie können nicht erst dann reagieren, wenn die Auswirkungen voll auf den Ausbildungsmarkt hierzulande durchschlagen." Die Gewerkschaften wollten keinen Einbruch herbeireden, aber es wäre fahrlässig, erste deutliche Hinweise zu ignorieren.

Körzell kritisierte auch das Angebot auf dem Ausbildungsstellenmarkt. Es sei klar gewesen, dass mit Einführung der kurzen Gymnasialoberstufe G8 in diesem Jahr deutlich mehr Bewerberinnen und Bewerber eine Stelle suchen würden. Darauf hätten sich die Unternehmen nicht ausreichend vorbereitet. Körzell: "Nachdem die Unternehmer jahrelang G8 gefordert haben, scheinen sie den Ausgang jetzt verschlafen zu haben. Somit sind die Unternehmer ihren eigenen Ansprüchen wieder einmal nicht gerecht geworden und lassen die junge Leute im Regen stehen."

Körzell und die Abteilungsleiterin Jugend des DGB Hessen-Thüringen, Anke Muth, kritisierten auch die Landesregierung. Sie habe sich wie die Unternehmer nicht auf die Situation eingestellt. Muth bemängelte vor allem, es fehle ein Konzept für den Ausbildungsmarkt. Muth: "Wer G 8 will, muss auch einen Plan haben, hinterher mit den vielen Bewerberinnen und Bewerbern umzugehen.

Die Arbeitgeber hatten vier Jahre lang Zeit, sich vorzubereiten und jetzt das. Auf eine Lehrstelle kommen in Hessen laut Statistik grade 1,2 Bewerber. Es darf nicht schon wieder eine große Ausbildungslücke entstehen. Die Unternehmen müssen Stellen schaffen und sie besetzen. Wenn sie das jetzt nicht tun, verschärfen sie ihren Fachkräftemangel auf lange Sicht." Und Körzell weiter: "Verantwortung beginnt im eigenen Land.

Die Landesregierung sollte auch hier ihre Hausaufgaben machen und nicht in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah ist und die jungen Menschen hier auf Ausbildung warten."

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