Imshäuser laden zum Gespräch ein: Das Auswärtige Amt – Ein „Hort des Widerstands“?

Imshausen. In der Nachkriegszeit wurde über Jahrzehnte hinweg der Mythos vom "sauberen" diplomatischen Dienst gepflegt, von dem Auswärtige

Imshausen. In der Nachkriegszeit wurde über Jahrzehnte hinweg der Mythos vom "sauberen" diplomatischen Dienst gepflegt, von dem Auswärtigen Amt, das ein "Hort des Widerstands" gewesen sei und wo aktiv gearbeitet wurde, "um Schlimmeres zu verhindern". Wer genauer hinschauen wollte, konnte spätestens seit den 1970er Jahren mehr wissen, eben dass im Auswärtigen Amt, ebenso wie in anderen Ministerien und Behörden auch nur Einzelne tatsächlich Widerstand geleistet haben. Richtig populär wurde diese Erkenntnis spätestens 2010 mit der Publikation "Das Amt", die von einer internationalen Historikerkommission erarbeitet worden war und die auch in der Öffentlichkeit für einiges Aufsehen gesorgt hat.

Der Stiftung Adam von Trott ist es nun gelungen, den Sprecher der Historikerkommission, Prof. Dr. Eckart Conze aus Marburg als Referenten für das Imshäuser Gespräch zu gewinnen, das am Freitag, dem 2. November um 19 Uhr im Visser't Hooft-Haus im Trottenpark stattfinden wird.

"Das Amt" konstatiert auch für den diplomatischen Dienst ein grundlegendes "Versagen der Eliten". In der Studie wurde jedoch auch deutlich, dass die Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes differenziert betrachtet werden müssen. Auch wenn das Auswärtige Amt per se eben kein "Hort des Widerstands" war, gab es in den Reihen der Diplomaten doch einige, die sich nicht vereinnahmen ließen und trotz des hohen persönlichen Risikos tatsächlich Widerstand leisteten. Lange Zeit wurde Ihr Einsatz für Menschlichkeit und für den Rechtsstaat  – auch in der Erinnerungsgeschichte des Auswärtigen Amtes selbst kaum gewürdigt.

Zu ihnen gehören neben Adam von Trott zu Solz unter anderem auch Hans Bernd von Haeften und Ulrich von Hassell, die an diesem Abend im Mittelpunkt des Interesses stehen sollen. Gerade Haeften, über den allgemein nur sehr wenig bekannt ist, war eine der interessantesten Schlüsselfiguren innerhalb der Gruppe, die das Attentat am 20. Juli 1944 vorbereitet hat.

Näheres unter www.stiftung-adam-von-trott.de oder unter der Telefonnummer 06622/42440.

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