Infoabend zum geplanten "Festspiel-TV" in Bad Hersfeld

Mit einem HDTV-Kanal soll die Werbung für die Bad Hersfelder Festspiele verbessert werden.

Bad Hersfeld. Die Idee eines "Festspiel-TV" ist von Bürgermeister Thomas Fehling bereits mehrmals ins Gespräch gebracht worden, ohne dass man sich bisher konkret etwas darunter vorstellen konnte. Auf einer Informationsveranstaltung am Donnerstag wurde das Projekt nun eingehender beleuchtet. Zu Gast war auf Fehlings Einladung Matthias Ehrlich von der Firma Exaring – der obendrein aus Sorga stammt und natürlich ein begeisterter Festspiel-besucher ist.

Das Startup-Unternehmen Exaring aus München ist im Besitz eines privaten Glasfasernetzes und auf HDTV-Entertainment spezialisiert. Denn gerade beim Thema Video-Streaming stößt das Internet mit seiner vernetzten Struktur bereits heute schnell an seine Grenzen. Video- und Streamingdienste haben mit Einbußen bei der Bildqualität sowie Verzögerungen oder gar Ausfällen durch Über­lastung zu kämpfen. Exaring kann demgegenüber mit ihrem eigenen Netz riesige Datenmengen in höchster Qualität und ohne Verzögerung liefern. Über die eigene TV-Plattform waipu.tv bietet das Unternehmen Fernsehdienste in HD an und sogar die nächsthöhere Qualitätsstufe 4K ist möglich.

Die Bad Hersfelder Festspiele sind nach Ehrlichs Ansicht ein ideales Testobjekt für diese neuen Technologien. Die besondere Stimmung einer Festspiel-Aufführung, mit der Wirkung des Lichts in der Stiftsruine und den zwitschernden Vögeln könne man in normaler Auslieferungsqualität kaum darstellen, meint Ehrlich: "Da würde niemand verstehen, was das Besondere an den Festspielen ist. Wir wollen es so darstellen, dass der Zuschauer Lust bekommt, die Festspiele selbst zu besuchen." Ebenso könne ein qualitativ hochwertiges Angebot dazu beitragen, die Besucher zu Botschaftern der Festspiele zu machen, indem sie ihr Erlebnis viel leichter mit anderen teilen können.

Eine erste Phase sei ganz leicht zu realisieren. In einer "digitalen Eventbühne"  könne man problemlos beispielsweise Aufzeichnungen der Vorstellungen on demand anbieten und mit zusätzlichen Inhalten versehen, etwa Regiekommentaren, Infos zu den Darstellern oder "behind the scenes"-Material. Nicht nur könnten auf diese Weise Kulturinteressierte aus ganz Deutschland für die Festspiele interessiert werden, auch die Sponsorenansprache wird erleichtert, da anders als beim herkömmlichen linearen Fernsehen eine gezielte Ansprache der Kunden möglich ist.

Im weiteren Verlauf kann dieses Angebot dann sukzessive zu einem eigenen Themenkanal begleitend zur Festspiel-Saison ausgebaut werden, um schließlich zum Hessentag 2019 den Besuchern ein einzigartiges und innovatives Medienangebot, dann beispielsweise als "Hessentags-TV", präsentieren zu können.

Als eingefleischter Festspiel-Fan konnte Ehrlich seine Kollegen bereits von den Vorzügen dieser Zusammenarbeit überzeugen – "der Name Wedel hat natürlich viel dabei geholfen" verriet er. Und für die Festspiele wäre dies natürlich ein Alleinstellungsmerkmal, Vorreiter in Sachen neuer Technologien zu sein. Aber wie Bürgermeister Fehling ergänzte, müsse die Chance jetzt auch genutzt werden, wenn bis zum Hessentag etwas auf die Beine gestellt werden solle: "Es liegt nun an uns, die von Exaring ausgestreckte Hand auch zu ergreifen." Er selbst werde weiter dafür kämpfen, dieses innovative Projekt voranzubringen, doch entscheiden müssten dies natürlich die Beteiligten: die Festspiele, das Stadtmarketing und natürlich die Stadt selbst.

Insofern bewertete er es als sehr bedauerlich, dass von den energischen Kritikern seiner Zukunftspläne wieder einmal keiner anwesend war, um sich aus erster Hand zu informieren.

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