Infoforum zur neuen Bahntrasse

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Die Planer der neuen Strecke Fulda-Gerstungen setzen auf Transparenz und Bürgerbeteiligung.

Bad Hersfeld. Wie nicht anders zu erwarten stieß die Infoveranstaltung der Deutschen Bahn zur Aus-/Neubaustrecke Fulda-Gerstungen auf großes Interesse. Die Schilde-Halle war bis auf den letzten Platz besetzt und viele Interessierte mussten mit Stehplätzen vorlieb nehmen.

Dr. Klaus Vornhusen, Generalbevollmächtigter der Bahn, freute sich über die Anwesenheit zahlreicher Bürgermeister und Vertreter von Bürgerinitiativen, denn man wolle mit den Betroffenen den konstruktiven Dialog suchen. Dabei stehen die Planungen für die neue Trasse noch ganz am Anfang, wie er bekräftigte: „Wir wissen noch nicht, wie die Strecke am Ende aussieht.“ Nur dass sie gebaut werden wird, sei unausweichlich. Dies bestätigte Hessens Verkehrsminister Tarek al-Wazir. Als Mittelpunkt des deutschen Schienennetzes sei das Streckennetz in Hessen überwiegend voll ausgelastet. „Wir wollen mehr Verkehr auf die Schiene bringen“, sagte er „aber dazu muss natürlich erst einmal die Schiene da sein.“ Der alte Streckenbestand sei mit vielen Kurven nicht für den schnellen Fernverkehr geeignet, außerdem behinderten sich auf dem voll ausgelasteten Streckennetz. Fernverkehr, Regionalverkehr und Güterverkehr gegenseitig. Der Ausbau der Strecke komme aber auch den Bürgern zugute, da durch die Erhöhung der Kapazitäten auch der Regionalverkehr verbessert werden könne und Güterverkehr von den Nacht- in die Tagstunden verlegt werden könne. Und generell seien die Anforderungen an Lärmschutz bei neuen Strecken natürlich deutlich höher als früher. Bewusst habe man die Informationsveranstaltung außerdem an den Beginn der Planungen gelegt, um den Dialog mit den Bürgern frühzeitig zu beginnen, anstatt wie bisher üblich, mit vollendeten Tatsachen aufzuwarten. Hiervon versprechen sich Bahn und Politik mehr Transparenz und Akzeptanz.

Prof. Dr. Dirk Rompf, bei der DB für die Netzplanung zuständig, erläuterte an-schließend den Stand der Planungen. Die Eckdaten der neu zu planenden Trasse werden durch den Verkehrswegeplan vorgegeben. So sind eine Anbindung an die Schnelltrasse Hannover-Würzburg und Bad Hersfeld als wichtiger Haltepunkt fest vorgesehen. Die neue Strecke soll die Fahrzeit von Fulda nach Erfurt auf unter eine Stunde drücken, um die Taktung des Fernverkehrs in Deutschland zu verbessern.

Der Trassenverlauf soll in einem Beteiligungsverfahren ermittelt werden, bei dem die Kriterien für die Bewertung der möglichen Trassenvarianten in Absprache mit den Bürgern ermittelt werden sollen. Die dann zu wählende Vorzugstrasse sollte demnach von möglichst breiter Zustimmung getragen werden.

In der anschließenden Diskussionsrunde kristallisierte sich schnell die zu erwartende Lärmbelastung als vordringliche Sorge der Bürger heraus. Auch Bürgermeister Thomas fehling gab zu Bedenken, dass die Bereitschaft der Bürger zu weiteren Belastungen bei 0 liege und riet den Planern, bei der Betrachtung der Lärmbelastung nicht nur die individuelle Belastung durch die einzelnen Verkehrswege, sondern auch eine Gesamtbelastung zu berücksichtigen. Denn dem Bürger sei es letzten Endes egal, ob er nachts durch einen Lkw auf der Bundesstraße oder einen Zug geweckt werde. Dabei merkte Prof. Dr. Rompf an, dass Maßnahmen zur Verringerung des Bahnlärms bereits umgesetzt würden und ab 2020 alle Züge verpflichtend mit Flüstertechnik ausgestattet sein müssen.

Der weitere Fortgang des Verfahrens ist unter www.fulda-gerstungen einsehbar. Fragen und Anregungen können per E-Mail an: fulda-gerstungen@deutschebahn.de an die Planer gerichtet werden.

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