Interview mit Bürgermeister Wilfried Hagemann

Bürgermeister Wilfried Hagemann.

Ludwigsau startet durch: Hagemann hat sich einiges für Ludwigsau vorgenommen.

Ludwigsau. Frischer Wind im Ludwigsauer Rathaus: Der neue Bürgermeister Wilfried Hagemann hat im ersten halben Jahr seiner Amtszeit schon zahlreiche Projekte angestoßen. Hohe Priorität genießt der Straßenausbau: 1,4 Mio. Euro werden hier mit Unterstützung der Hessenkasse inves-tiert. Als erstes soll hierzu ein Straßenkataster erstellt werden, um die vordringlichen Bedarfe zu ermitteln. Auf die Straßenausbaubeiträge würde Hagemann dabei freilich gerne verzichten. „Das Land hat es sich hier einfach gemacht“, so Hagemann, denn mit der Kann-Vorschrift liegt die Verwantwortung wieder bei den Kommunen. Hier will sich Ludwigsau weiterhin um Ausgleichszahlungen bemühen, denn in einer großen Gemeinde mit starker Zersiedelung ist der Straßenausbau ein nicht unerheblicher Faktor im Haushalt. Auch auf den virtuellen High-ways soll es in Ludwigsau vorangehen: Die Digitalisierung ist ein weiteres vor-­dringliches Thema von Hagemann. Das Land Hessen fördert hierbei das Projekt „digitale Dorfline“, mit dem auf den Dörfern WLAN-Hotspots an öffentlichen Plätzen installiert werden.

Das möchte Hagemann für ­alle 13 Ortsteile realisieren, zehn davon werden vom Land gefördert, drei übernimmt die Gemeinde zur ganzheitlichen Versorgung. Im Zuge ­dessen werden auch die Dorfmittelpunkte attraktiver gemacht, beispielsweise mit Mehrgenerationenplätzen, die als Treffpunkte für Jung und Alt dienen. In Meckbach und Reilos sind solche Mehrgenerationenplätze in Planung, ebenso in Friedlos. Hier wurde bereits ein Förderbescheid von Landrat Dr. Michael Koch überreicht. Ein ganz eigenes Projekt entsteht hingegen in Friedlos: Der „Bürger-Hochzeitspark“ zeugt vom Mut zu unkonventionellem Denken. „Es muss ja nicht immer eine Burg sein“, meint Hagemann, „warum nicht in einem schönen Park unter freiem Himmel heiraten?“ Die Gemeinde will jedenfalls dieses alternative Angebot für Heiratswillige ins Leben rufen. Weiter geht es digital mit der Ludwigsau-App, mit der sich die Bürger über Aktuelles informieren können, aber auch Mängel melden – wenn etwas mal nicht so läuft wie es soll, will die Gemeinde schnell reagieren können, um eventuelle Missstände zu beheben. Ein weiteres Großprojekt ist die Aufstockung des Kindergartens, denn erfreulicherweise ist in Ludwigsau reichlich Nachwuchs zu verzeichnen. „Der Bedarf ist da, wir mussten handeln“, erklärt Hagemann. 1,1 Mio Euro sind veranschlagt, um zusätzliche Kapazitäten und neue, große Räume zu schaffen. Die Pläne liegen bereits zur Genehmigung beim Regierungspräsidium. Und schließlich sind auch auf dem Sportplatz deutliche Veränderungen geplant, denn dieser soll mit einem Kunstrasen-Spielfeld ausgestattet werden. Damit könnten nicht nur die heimischen Vereine ganzjährig trainieren, sondern ein solches Sportfeld ließe sich auch an andere Sportvereine in der Umgebung vermieten, die nicht über einen solchen Platz verfügen. Die Planungskos­ten sind für dieses Jahr im Haushalt verankert, nächstes Jahr könnte er schon gebaut werden.

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