10 Jahre Integrationsfachdienst - Hilfe für Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben

Bad Hersfeld. Dieses Jahr feiert der Integrationsfachdienst 10-jähriges Jubiläum. Tatsächlich kümmert sich der Fachdienst unter dem Dach der Brüc

Bad Hersfeld. Dieses Jahr feiert der Integrationsfachdienst 10-jähriges Jubiläum. Tatsächlich kümmert sich der Fachdienst unter dem Dach der Brücke (Verein für psychosoziale Hilfen im Kreis Hersfeld-Rotenburg) aber schon 20 Jahre um die Integration von behinderten Menschen im Arbeitsleben. Zu diesem Anlass traf unsere Zeitung die Diplom-Sozialpädagogin Michaela Kehl-Bätz.

Kreisanzeiger: Welche Aufgaben hat das Team des Integrationsfachdienstes?

Kehl-Bätz: Vorrangiges Ziel unserer Arbeit ist der Erhalt des Arbeitsplatzes eines schwerbehinderten Menschen. Außerdem bieten wir Hilfe bei der  Klärung und Förderung der beruflichen Perspektive, bei Maßnahmen zur sozialen Sicherung sowie die Begleitung bei einem Arbeitsplatzverlust. Wir führen unter anderem Einzelgespräche zur psychosozialen Stabilisierung des Klienten, stehen im Kontakt zum Arbeitgeber, zu Schwerbehindertenvertretern, Betriebsräten, Integrationsamt, Behörden, Ärzten und Familienangehörigen. Wir bieten so viel Hilfe wie nötig, ohne den Betroffenen dabei die Selbständigkeit zu nehmen.Wenn es Probleme im privaten Bereich gibt, die sich ungünstig auf den Arbeitsplatz auswirken, unterstützten wir ebenfalls die betroffenen Personen. Oft helfen schon wenige Gespräche, um das Problem zu beseitigen.

Kreisanzeiger: Wer kann zu ihnen kommen?

Kehl-Bätz: Jeder, der behindert ist oder dem Behinderung droht, kann zu uns kommen. Das gilt für Menschen, die nach einem Unfall von einer Behinderung betroffen sind oder die an einer Krankheit leiden, die sie im Berufsleben einschränkt.Wir betreuen Menschen mit allen Formen von Behinderungen, also körperlich Behinderte, psychisch Kranke und geistig Behinderte. Kommen dann Probleme am Arbeitsplatz  hinzu wie beispielsweise Leistungsrückgang, Überforderung am Arbeitsplatz, Abmahnung, Kündigung sowie soziale und seelische Schwierigkeiten im Berufsleben, dann ist der Integrationsfachdienst genau die richtige Anlaufstelle. Aus Erfahrung kann man sagen, dass es sinnvoll ist, möglichst frühzeitig unseren Fachdienst einzuschalten.

Kreisanzeiger: Können sich auch Arbeitgeber an sie wenden?

Kehl-Bätz: Natürlich können sich auch Arbeitgeber an uns wenden, wenn sie mit der Leistung ihres behinderten Mitarbeiters nicht mehr zufrieden sind. In vertraulichen Gesprächen mit beiden Seiten, auf Wunsch auch im gemeinsamen Gespräch, versuchen wir als Integrationsfachdienst zu klären, wo genau die Probleme und deren Ursache liegen und welche Möglichkeiten es zur Hilfe geben kann. Beispielsweise könnte dies eine innerbetriebliche Umsetzung sein, eine Reduzierung der Arbeitszeit oder ein technisches Hilfsmittel. Diesbezüglich arbeiten wir eng mit dem Integrationsamt des Landeswohlfahrtsverbandes zusammen, in dessen Auftrag wir auch tätig sind. Dort gibt es einen technischen Berater, der bei Bedarf Hilfsmittel empfehlen und finanzieren kann. Der IFD versteht sich als Kooperationspartner und sieht sich als neutralen Vermittler zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber.Kreisanzeiger: Was können sie tun, wenn ein Arbeitsplatz nicht mehr zu erhalten ist.

Kehl-Bätz: Nicht immer gelingt es, den Arbeitsplatz mit Hilfe des Integrationsfachdienstes zu erhalten.Dann bemühen wir uns eine andere Perspektive für den Betroffenen zu finden, wie zum Beispiel eine Umschulung oder eine Erwerbsminderungsrente.

Kreisanzeiger: Wie kann man Kontakt zu ihrem Fachdienst aufnehmen?

Kehl-Bätz: Kontakt zum Integrationsfachdienst können sie zu folgenden Zeiten aufnehmen: Montag, Dienstag und Donnerstag von 9.30 bis 11 Uhr, Mittwoch von 15 bis16 Uhr. Termine können telefonisch unter 06621/50940 oder per Fax 06621/50948 vereinbart werden.Wir helfen und beraten übrigens auch bei der Antragstellung eines Schwerbehindertenausweises.

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