Jeder konnte den Terror sehen

Von ANDREAS BERNHARD und PHILIPP LINGAusstellung in Bebra zeigt den NS-Wahnsinn mit Bildern aus der RegionBebra. Viele meinen immer noch, der Te

Von ANDREAS BERNHARD und PHILIPP LING

Ausstellung in Bebra zeigt den NS-Wahnsinn mit Bildern aus der Region

Bebra. Viele meinen immer noch, der Terror der Nazis habe nur in den Konzentrationslagern unter Ausschluss der ffentlichkeit stattgefunden. Diesem landlufigen Irrglauben tritt jetzt eine Wanderausstellung der Stiftug Topographie des Terrors in Berlin entgegen, die vom 27. Januar bis 14. Februar in der Aula der Beruflichen Schulen Bebra gezeigt wird.

Historische Fotos zeigen die Demtigung und Verhhnung von Minderheiten, politischen Gegnern und Andersdenkenden im Nazi-Jargon Volksfeinde genannt auf ffentlichen Pltzen vor aller Augen. Zu sehen sind Opfer und Tter, oft aber auch viele gaffende Schaulustige.

Betrchtliche Menge

Klaus Hesse und Philipp Springer haben diese wenig bekannten und zum Teil bislang unverffentlichten Fotos aus Archiven und privaten Alben zusammen getragen. In Bebra werden sie ergnzt durch weitere Aufnahmen aus der Region. Beispielsweise Dokumente vom 6. August 1935, als der Erbhofbauer Adam Bartholomus und der jdische Viehhndler Louis Goldschmidt von SA durch die Straen gefhrt wurden, weil sie am Sonntag whrend der Gottesdienstzeit Handel getrieben htten ein vllig haltloser Vorwurf. Die Zeitung notierte damals eine betrchtliche Menschenmenge, die sich zu dem Umzug durch die Stadt eingefunden hatte. Ebenfalls in Bebra musste 1941 eine Frau ein Schild durch die Stadt tragen, auf dem zu lesen stand: Ich Schwein hatte intimen Verkehr mit Polen.

Fotos vom Strmer

Die Ausstellung soll zeigen, dass der Terror der Nazis nicht nur im Osten oder in Gestapo-Kellern stattfand, sondern vor vieler Augen sichtbar war, so Dr. Heinrich Nuhn, der die Austellung in Bebra betreut. Gemeinsam mit Alexander Tries, einem Schler der Jakob-Grimm-Schule und Lehramtskandidat Pascal Dreher hat Nuhn die zustzlichen Schautafeln fr die Bebraer Ausstellung vorbereitet. Bezeichnend ist hierbei auch, woher die Bilder stammen: Sie wurden von Hobbyfotografen zur Verffentlichung an die NS-Propagandazeitung Der Strmer geschickt.

Begleitet wird die Ausstellung von einer kleinen Reihe von Vortrgen: Zur Erffnung am Dienstag, den 27. Januar (internationaler Auschwitz-Gedenktag) um 17 Uhr spricht Klaus Hesse, einer der Initioatoren der Ausstellung. Dr. Heinrich Nuhn wird den Vortrag um regionale Aspekte ergnzen. Des weiteren wird Dr. Nuhn am Dienstag, 3. Februar um 19 Uhr einen Vortrag mit Prsentation zu diesem Thema halten.

Am Dienstag, 10. Februar um 19 Uhr hlt Prof. Dr. Christiane Fcke von der Universitt Augsburg einen Vortrag mit dem Titel Zwischen Demokratie und Diktatur eine Spurensuche.

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