Jerusalem Syndrom

Von GERALD SCHMIDTKUNZWir sind Papst, titelte stolz die Bildzeitung, als 2005 aus Kardinal Josef Ratzinger Benedikt der XVI. wurde

Von GERALD SCHMIDTKUNZ

Wir sind Papst, titelte stolz die Bildzeitung, als 2005 aus Kardinal Josef Ratzinger Benedikt der XVI. wurde. Es war halt einfach zu schn, dass Papa Ratzi aus Deutschland kommt. Wie unschn es jedoch ist, dass der Kirchenhardliner in hoffnungslos veraltete Dogmen zurckfiel und er die weltweite kumene mit Fen tritt, zeigte sich einmal mehr an Karfreitag. Im Frbittengebet seiner Tridentischen Messe rief der Papst doch tatschlich zur Erleuchtung und Rettung der Juden auf.

Ergebnis: Zahlreiche Rabbiner, aber auch katholische Vertreter des mhevoll gepflegten christlich-jdischen Dialogs, haben ihre Teilnahme am Katholikentag Ende Mai in Osnabrck postwendend abgesagt. Welche guten Werte will der Vatikan den verblendeten Juden denn vermitteln? Die einer Christengesellschaft, in der Filme wie Mel Gibsons blutige Passion Christi das wahre Evangelium mehr und mehr in ein TV-Format pressen?

Benedikt htte lieber ein Dankgebet fr die israelische Polizei sprechen sollen, die ber Ostern die Masse der Christenpilger auf der Via Dolorosa, der Strae der Leiden Christi, vor Terroranschlgen schtzte. Damit htte er den Anhngern beider Religionen einen ungleich besseren Dienst erwiesen; und sich selbst jene Erleuchtung verschafft, die er fr die Juden erbittet.

Auch die Frage der Rettung htte der rmische Papst ruhig einmal von anderer Warte betrachten knnen: Jahr fr Jahr fallen an die 30 Christen dem Jerusalem Syndrom zum Opfer. Sobald sie auf Wallfahrt in der Heiligen Stadt ankommen, brennen ihnen einfach die Sicherungen durch. Sie beginnen salbungsvoll zu reden oder auf offener Strae zu predigen. Wer dabei im falschen Altstadtviertel zum Christus mutiert, landet meist sofort zu seinem eigenen Schutz in der Psychiatrie. Juden retten Christen.

Nur gut, dass vielen katholischen Kirchgngern dieses Jahr der Segen der Unwissenheit zuteil wurde. Die neue (uralte) Form der Messe wurde in einigen Gotteshusern tatschlich wieder auf Latein verlesen. So konnte das einfache Volk wenigstens nicht verstehen, was es da fr einen Unsinn gen Himmel beten musste.

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