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Waldhessen. Landratskandidat Alexander Sauer stellt seine Pläne zur Verwaltungsreform vor.

Waldhessen. Landratskandidat Alexander Sauer stellt seine Gedanken zu einer Verwaltungsreform vor.

Der demographische Wandel hat begonnen und er wird sich in unserer Region in unterschiedlichsten Ausprägungsgraden weiter entwickeln. Ein deutlich zu beobachtender Trend ist die Tatsache, dass besonders kleinere Ortschaften schneller und häufiger Menschen verlieren, somit sind besonders Städte und Großgemeinden mit vielen kleineren Ortschaften entsprechend stärker betroffen.

"Mittlerweile gibt es im Landkreis Großgemeinden, die deutlich weniger als 1.500 Einwohner haben, bzw. die sich dieser Grenze weiter annähern – ich nenne hier z.B. Cornberg und Breitenbach am Herzberg", erklärt Sauer.Die Notwendigkeit einer daraus resultierenden Verwaltungsreform sei unstrittig und über die Parteigrenzen anerkannt, jedoch sei eine merkwürdige Zurückhaltung, sowohl bei der Thematisierung als auch bei der entsprechenden Umsetzung zu beobachten .

Ängste abbauen

"Möglicherweise wird nichts konkretes getan, weil man von Seiten vieler Politiker befürchtet, dass man sich an diesem vermeintlich ‘heißen Eisen’ die Finger verbrennt – ich sehe jedoch die Hauptaufgabe der Politik darin, dass man nicht Ängste schürt, sondern diese einfach abbaut, in dem man klare und gangbare Wege aufzeigt". so Sauer.Und weiter führt er aus: "Ich möchte mich diesem Thema stellen und einen Lösungsansatz präsentieren, mit dem dieser notwendige und wichtige Schritt langsam und mit Weitsicht gegangen werden kann." Dieser Lösungsansatz soll drei Gewinner produzieren, nämlich die einzelnen Ortsteile und deren Identität, die öffentlichen Haushalte und den Selbstgestaltungswillen der Region.

Die Landespolitik hat in einem ersten Schritt den Weg geebnet, in dem sie den Zusammenschluss von Kommunen ermöglicht, wenn diese so etwas in gegenseitigem Einverständnis befürworten.Die Kommunal – und Regionalpolitik müsse nun nachziehen und den nächsten Schritt gehen: "Dieser Schritt sollte meiner Ansicht nach in die Richtung des in Süddeutschland bereits sehr erfolgreich praktizierten Modells der sog. ‘Verwaltungsgemeinschaften’ gehen, das heißt es werden kommunale Aufgaben in einem Zwischenschritt behutsam zusammengelegt. Die Gemeinden bleiben zunächst also zusammen, fusionieren aber langsam und schrittweise."

Ortsteile aufwerten

Bei diesem Schritt sei es ganz wichtig, dass die Identität und vor Allem die Kompetenz der Ortsteile nicht nur erhalten, sondern sogar noch erweitert wird:"Hier sehe ich die Landespolitik in der Verantwortung, in dem sie die Gesetzgebung dahingehend ändert, dass die Ortsbeiräte nicht mehr nur beratende, sondern eine mitentscheidende Funktion bekommen, zum Beispiel durch feste Sitze in den Gemeindevorständen, beziehungsweise Vertretungen. Nur durch das Aufwerten der einzelnen Ortsteile können wir die Menschen gewinnen, an diesem Prozess teilzunehmen."Insgesamt sollte dieser gemeinsame Prozess aus Kommunal, Regional – und Landespolitik ca. 10 bis 15 Jahre dauern – das würde einen langsamen, verträglichen und überschaubaren Weg bedeuten, den jeder versteht und mitgehen kann.Am Ende stünde dann eine effektivere Verwaltungsstruktur und stärkere Ortsteile, sowie das gestärkte regionale Selbstbewusstsein.

Jetzt beginnen

"Nichtsdestotrotz muss der Weg nun begonnen werden", meint Sauer. "Hier setze ich nicht auf Abwarten, sondern auf aktive Eigeninitiative; damit wir eben nicht irgendwann aus Wiesbaden abgebaut werden, sondern unsere Heimat rechtzeitig aktiv umbauen – dafür stehe ich, wir können das!"

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