7. DAN-Träger aus Syrien trainiert mit beim Judo

Der TV Hersfeld macht keinen Unterschied bei der Herkunft oder anderen Hintergründen. Das erste landkreisweite Training fand Unterstützung durch Ahmad Ashour, Träger des 7.DAN.

Bad Hersfeld. Nicht nur für die Judoka (Judo-Kämpfer) des TV Hersfeld war dieser Trainingstag etwas Besonderes. Sie begrüßten mit gemeinschaftlichem Applaus Judoka aus Bebra und Rotenburg zu einem ersten gemeinsamen Randori-Training. Beim Randori (wörtlich: „das Chaos nehmen“) geht es nicht um gewinnen oder verlieren, sondern darum die zuvor erlernten Techniken im Fluss des Kampfes anwenden zu können.

Dieses erste landkreisweite Training ging auf eine Initiative von Volker Franz (Vorsitzender des Rotenburger JC) zurück. Er wollte seinen Judoka, die erst kürzlich erfolgreich eine Gürtelprüfung abgelegt hatten, mehr Wettkampfpraxis vermitteln. Mit diesem Ansinnen traf er bei Martin Becker vom TV Hersfeld auf ein offenes Ohr. Zum einen verbindet die beiden Altmeister des Judo schon seit über 30 Jahren ein freundschaftliches Verhältnis, zum anderen ist Becker seit dem erfolgreichen Revival der Bezirksligamannschaft im vergangenen Jahr immer auf der Suche nach neuen Talenten.

Er konnte seinen Gästen eine Überraschung bieten: Seit kurzem hat der TV Hersfeld mit Ahmad Ashour, Träger des 7. DAN und ehemaliger Präsident des syrischen Judoverbandes, einen sehr prominenten und kundigen Judoka in seinen Reihen. Ahmad Ashour ist mit seiner Tochter aus Syrien vor dem Krieg geflüchtet. Seit mehreren Monaten lebt Ahmad Ashour in Bad Hersfeld. Er übt fleißig die deutsche Sprache, besucht einen Sprachkurs. Inzwischen kann er sich bereits recht gut auf Deutsch verständigen. Ahmad fühlt sich in Bad Hersfeld wohl und versichert, dass er bislang sehr freundlich aufgenommen wurde. So war es auch beim Training des TV Hersfeld. Er wurde von Becker den anderen Sportlern kurz vorgestellt und dann ging es schnell zu der Sache über, für die alle Sportler gekommen waren: Judo.

„In unserem Verein machen wir keinen Unterschied, wo jemand herkommt. Bei uns gibt es nur den Sportler und Menschen. Ahmad ist uns sehr willkommen und wurde sofort von allen hier herzlich aufgenommen und akzeptiert,“ machte Becker klar, dass gerade dem Sport eine herausragende Rolle bei der Integration zukommt.

Rubriklistenbild: © nh

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