Jung, wild und rasant: Das Musical „Goethe!“ feierte seine Uraufführung

Das Musical „Goethe!“ als Uraufführung bei den 70. Bad Hersfelder Festspielen
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Das Musical "Goethe!" als Uraufführung bei den 70. Bad Hersfelder Festspielen
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Das Musical "Goethe!" als Uraufführung bei den 70. Bad Hersfelder Festspielen

Mit „Goethe!“ steht ein unbekanntes, aber mitreißendes Musical auf dem Spielplan der Bad Hersfelder Festspiele.

Bad Hersfeld. Ein Musical über den deutschen Dichterfürsten, der den „Faust“ erschuf, der sich in der Campagna von Tischbein malen ließ und der Staatsbeamter war – kann man sich das vorstellen?

Nun, man muss es sich nicht mehr vorstellen. Der Kinofilm „Goethe – Auf Leben und Tod“ von Philipp Stölzl diente dem Autor und Regisseur Gil Mehmert als Grundlage für eine Musicalversion des Stoffes, die in diesem Sommer bei den 70. Bad Hersfelder Festspielen ihre Uraufführung erlebte. Die Musik komponierte Martin Lingnau, das Libretto stammt von Frank Ramond. Dieses Trio hat bereits das Musical „Das Wunder von Bern“ erfolgreich in Hamburg auf die Bühne gebracht.

Sturm und Drang

Zurück nach Bad Hersfeld: In „Goethe!“ geht es in erster Linie nicht um den großen Dichter, sondern um den jungen Mann, der als Jura-Student erfolglos ist, sich unsterblich verliebt und seine Sturm-und-Drang-Zeit erlebt.

Philipp Büttner ist prädestiniert für die Rolle des jungen Wilden und stimmlich einer der besten auf der Bühne. Verliebt ist er in Charlotte, genannt Lotte, Buff. Abla Alaoui spielt das Mädchen aus bürgerlichen Verhältnissen mit großer Hingabe und tragfähiger Stimme, die aber gerne hier und dort etwas kräftiger hätte sein können. Sie brilliert bei „Irgendwann“ – tragischerweise in der Szene, in der sie nach einem Stelldichein mit Johann, aber ihrer Verlobung mit einem anderen – Johann Goethe die Beendigung ihrer Romanze mitteilt.

Denn Gerichtsrat Kestner ist derjenige, den Lotte zunächst nicht aus Liebe, sondern aus Kalkül heiratet. Christoph Messner stand in Bad Hersfeld bereits 2019 in „Hair“ als Claude auf der Bühne – ist als Kestner stimmlich klar akzentuiert und wohlklingend. Auch Goethes Freund Wilhelm Jerusalem (Thomas Hohler), Vater Goethe (Rob Pelzer) und Lottes Vater (Detlef Leistenschneider) bezaubern in ihren Solo-Nummern.

Die zahlreichen Ensembleszenen sind perfekt von Kim Duddy choreografiert und bringen so viel Leben auf die Bühne, dass es fast schon ein bisschen zu viel Action für das Publikum ist. Die Musik des durchkomponierten, rund zweistündigen Musicals, lässt kaum Zeit für Entspannung, der Drive der Klänge spiegelt sich in der Inszenierung wider. Das bombastische, 21-köpfige Orchester mit einer starken Blechbläsergruppe unter der Leitung von Christoph Wohlleben gibt alles – und auch hier an wenigen Stellen zuviel. Der Sound übertönt zuweilen die Stimmen. Im Ohr geblieben ist mir vor allem ein Thema, das wie eine Variation des Spott-Tölpel-Rufes in „Tribute von Panem“ klingt.

Alles in allem ist „Goethe!“ bei den 70. Bad Hersfelder Festspielen aber ein Erlebnis. Die Songs haben teilweise Ohrwurm-Charakter. Eingängige Melodien, Anklänge an Tango, Walzer oder Barockmusik und vor allem der symphonische Sound lassen die Ruinenwände beben. Dazu das durchweg gute Ensemble und eine Inszenierung, die trotz ihrer Schnelligkeit den Zuschauer dennoch immer wissen lässt, wo in der Story er sich gerade befindet.

Die Regie-Ideen von Mehmert kommen vor allem in den Ensemble-Szenen zum Tragen. Besonders erwähnenswert ist hier die Walpurgisnacht im Drogenrausch oder der Tanz mit Aktenordnern gleich zu Beginn.

Das Publikum applaudiert lange und begeistert, und dass dieser junge, agile und sympathische „Goethe!“ seine Uraufführung bei den Bad Hersfelder Festspielen feiern durfte, ist ein Glücksfall für das Theaterfestival.

Rubriklistenbild: © Göbel

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