Junge Union fragt, Markus Becker antwortet: „Sparen nicht um jeden Preis!“

Ronshausen. Was tut Ronshausen für junge Familien? Ist die Kinderbetreuung zukünftig gesichert? Welchen Handlungsspielraum haben zukünftige Generat

Ronshausen. Was tut Ronshausen für junge Familien? Ist die Kinderbetreuung zukünftig gesichert? Welchen Handlungsspielraum haben zukünftige Generationen angesichts des massiven Schuldenberges? Diesen und weiteren Fragen stellte sich Markus Becker im Haus des Gastes in Ronshausen. Der neue Bürgermeister war Gast der Veranstaltungsreihe "JU fragt nach!". Unter diesem Motto führt die Junge Union Hersfeld-Rotenburg eine Reihe von Polit-Talks und Interviews im Landkreis durch.

Beherrschendes Thema des Polit-Talks war der massive Schuldenberg der Gemeinde sowie der kommunale Rettungsschirm. Auch wenn der Rettungsschirm deutliche Einsparungen verlange, so erhalte die Gemeinde die einmalige Chance, die Schuldenlast von mehr als 10,6 Millionen Euro um 3,3 Millionen Euro zu verringern. "Die Haushaltskonsolidierung ist das beherrschende Thema meiner Arbeit für die Gemeinde", so Becker. Die Gemeinde arbeite verantwortungsvoll mit dem Parlament und den Bürgerinnen und Bürgern zusammen. "Nur gemeinsam können wir das Ziel erreichen, nachfolgenden Generationen zwischen Sparzwang und Zukunftsgestaltung noch Perspektive und Lebensqualität in Ronshausen zu ermöglichen", so der Bürgermeister. In Richtung des Landes Hessen machte Becker jedoch deutlich, dass Ronshausen nicht "um jeden Preis sparen werde!"

In der knapp zweistündigen Diskussion, die von Christian Eckhardt (JU-Kreisvorsitzender) und Katharina Storck (stellv. JU-Kreisvorsitzende) moderiert wurde, ging es auch um das Vereinsleben der Gemeinde. "Die vielen Vereine gilt es besonders zu unterstützen, da sie die tragende Säule des gesellschaftlichen Lebens in Ronshausen sind." Der Vereinsnachwuchs sei jedoch häufig ein Problem. "Junge Menschen müssen wir noch stärker motivieren, sich in Vereinen zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen", sagte Becker. Der Bürgermeister versicherte zudem, dass die Kinderbetreuung in Ronshausen auch zukünftig gesichert sei.

Wie er Breitbandversorgung flächendeckend ausbauen wolle, wurde Becker gefragt. "Auf meiner Agenda steht der flächendeckende Ausbau von Breitband-Internet (DSL) ganz oben. Eine zeitnahe Verbesserung der unterversorgten Bereiche kann ich jedoch leider nicht versprechen." Um dem demografischen Wandel und dem einhergehenden Einwohnerrückgang entgegen zu wirken, will Becker die Gemeinde noch attraktiver als Wohn- und Lebensmittelpunkt vermarkten. "Das Angebot, dass wir potenziellen Neubürgern machen können, müssen wir noch stärker bündeln und als "Marke Ronshausen" nach außen tragen", erklärt Becker. "Unser Kindergarten, die Grundschule und die vielfältigen Versorgungsmöglichkeiten durch Lebensmittel, Ärzte und das Freibad sind da sicherlich ein großer Vorteil, der für die Gemeinde spricht."

Neben den brisanten politischen Themen sorgten auch Fragen zum Amt des Bürgermeisters für interessanten Gesprächsstoff. Auch wenn sich das Leben von Markus Becker seit seinem Amtsantritt am 1. April stark verändert hat, die Kirmes in Ronshausen werde er weiterhin auch als Bürger feiern. "Wenn alle auf den Bänken stehen, dann stehe ich dabei", so Becker. Auf die Frage hin, was Ronshausen für ihn bedeute und wo er die Gemeinde in sechs Jahren sehe, antwortete Becker ohne langes zögern. "Ronshausen als liebenswerte Heimat, für die ich zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger meine ganze Schaffenskraft einsetze." Ein weiteres politisches Ziel sei für ihn zudem das Kreistagsmandat, wo er derzeit nächster Nachrücker ist.

"JU fragt nach! hat erneut gezeigt, dass es sich lohnt direkt mit Politikern ins Gespräch zu treten", so das Fazit des JU-Kreisvorsitzenden Christian Eckhardt. "Bodenständig und ohne große Politikersprache lieferte Bürgermeister Markus Becker uns spannende Einblicke in seine Arbeit." Die nächste Veranstaltung des JU-Kreisverbandes aus dieser Reihe wird das Thema "Chancen und Schwierigkeiten Hochschulstandort Bad Hersfeld" mit einer Besichtigung der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) am Freitag, 12. Oktober, ab 18 Uhr sein, zu der interessierte Bürger herzlich eingeladen sind.

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