Kasernenschließung sorgt auch intern für Unmut

Rotenburg. Die Nachricht von der Schließung der Alheimer Kaserne war nicht nur in der Stadt ein Schock: Auch die Soldaten selbst sind mit der Entsc

Rotenburg. Die Nachricht von der Schließung der Alheimer Kaserne war nicht nur in der Stadt ein Schock: Auch die Soldaten selbst sind mit der Entscheidung eher unzufrieden. Doch von ihrem Unmut hört man wenig – öffentliche Kritik ist bei den Staatsbürgern in Uniform nicht erwünscht.

Eine, die nicht mehr Schweigen will, ist hingegen Annika Volland aus Bebra-Breitenbach. Seit 19 Jahren ist sie mit einem Rotenburger Soldaten zusammen und hat auch selbst als Zivilangestellte in der Kaserne gearbeitet. "Die Kaserne ist für mich schon eine zweite Heimat geworden", sagt sie. Und sie ist über die Entscheidung tief enttäuscht.

Dabei geht es ihr nicht darum, dass sie selbst betroffen ist; denn dass mit dem Wegfall der Wehrpflicht Einsparungen nötig sind und Standorte geschlossen werden müssen, leuchte schließlich jedem ein. Und obwohl sie nicht gerne aus der Region wegziehen möchte, gehört es zum Leben als Soldatenfrau dazu, dass ihr Partner jederzeit versetzt werden kann.

Was sie stört, ist vor allem, dass diese Entscheidung überhaupt nicht nachvollziehbar ist – und dass nicht einmal der Versuch einer Erklärung unternommen wird."Da wurde keiner gefragt, und von den Entscheidungsträgern aus Berlin war auch keiner hier. Ich fühle mich einfach übergangen", so Volland.

Besonders unverständlich ist dabei, dass die Kaserne des Schwesterbataillons (des EloKa-Bataillons 932) in Frankenberg jetzt ebenfalls saniert werden muss – für ebenfalls mehrere Millionen Euro. Und die Projektbeschreibung klingt für Rotenburger wie ein schlechter Scherz: Sanierung der Wohnquartiere, Neubau eines Wirtschaftsgebäudes, Verlegung von Hochleistungsnetzen, Neubau der Sportanlagen – genau das, was  in Rotenburg gerade fertig geworden ist, soll in nicht einmal 100 Kilometern Entfernung jetzt noch einmal von vorne begonnen werden.

Hierfür sind die Politiker ihrer Ansicht nach nicht nur den Betroffenen eine Erklärung schuldig – immerhin geht es hier um Millionen von Steuergeldern.Die Soldaten müssen überdies nicht nur mit der Entscheidung stillschweigend leben, sondern bekommen obendrein noch den Frust der Bevölkerung ab: "Da wird man in der Stadt schon mal angesprochen: ‘Was macht ihr denn da für einen Quatsch?’ – Und die Soldaten dürfen sich dazu nicht äußern."

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