Keine Nationalhymne beim Public Viewing: Kasseler AStA stellt Ton ab!

Blick nach Kassel. "Einigkeit und Recht und Freiheit" – oft hört man die Nationalhymne in diesen Tagen der Fußball-EM. Den Verantwor

Blick nach Kassel. "Einigkeit und Recht und Freiheit" – oft hört man die Nationalhymne in diesen Tagen der Fußball-EM. Den Verantwortlichen des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Uni Kassel scheint das ein Gräuel zu sein: So wird zwar gemeinsames Fußballgucken im Studi-Kulturzentrum K19 angeboten. Wenn die Nationalmannschaften leidenschaftlich ihre Hymnen singen, wird jedoch der Ton abgestellt.

Grund: Panische Angst vor Nationalismus. "Wir wollen keinen Nationalismus fördern, sondern einem spannenden Sportereignis beiwohnen", heißt es auf der Homepage des AStA.

Und tatsächlich: Unter dem Motto "Ohne Eintritt, ohne Hymne!" wird bei den stets bewegenden Sekunden vor einem Spiel einfach auf stumm geschaltet.

Stimmungstöter oder wichtiges Zeichen? "Das soll keinem die Stimmung versauen, aber es geht um Fußballteams und nicht um Nationen", begründen die Studierenden den Hymnen-Boykott.

Immerhin: Wer doch mit ein bisschen Leidenschaft bei der Sache ist, darf mitsingen: "Wer eine Hymne mitsingen oder -summen möchte, kann dies gerne tun, wir wollen lediglich ein kleines Zeichen dafür setzen, dass Fußball und Staat nicht synonym gefeiert werden sollten." Wenigstens soviel Toleranz bringen die Hymnen-Wächter allen Sing-Freunden entgegen…

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Dazu ein Zwischenruf von Thomas Lange (Redakteur unserer in Kassel erscheinenden Schwesternzeitung EXTRA TIP)

Als ich erstmals vom Hymnen-Boykott hörte, dachte ich an einen schlechten Scherz. Erst als mich sowohl ein italienischer als auch ein französischer Freund darauf ansprachen, glaubte ich den Quatsch.

Hier schießen studentische Gutmenschen mal wieder weit über jedes Ziel hinaus. Nein, das Mitsingen der Hymne eines jeden Landes führt zu keinem Nationalismus. Gesunder Patriotismus hält Demokratie frisch und wach vor wirklichem Auftreten rechter Tendenzen.

Dass gerade an einer Uni, dem Ort von Völkerverständigung, Wissen und Aufklärung ein solches Zeichen gesetzt wird, ist besonders für Austausch-Studenten nicht zu verstehen. In anderen Ländern gibt es eine solche Debatte gar nicht. Und dort versinkt auch keine Gesellschaft in einem braunen Sumpf.

Ich meine: Hymne an und mitsingen – wer denn will.

Sagen Sie mir Ihre Meinung zu diesem Thema: lange@ks.extratip.de

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