Wie Kino funktioniert: Hinter den Kulissen des Cineplex

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So kommt der Blockbuster auf die große Leinwand.

Bad Hersfeld. Für echte Kinoliebhaber gehört das Flimmern auf der Leinwand und eine Tüte Popcorn zum Wochenendprogramm. Doch wie kommen die Blockbuster aus Hollywood eigentlich auf die große Leinwand und wie bekommen die Kinos jede Woche die aktuellsten Filme in ihr Lichtspieltheater? Der Kreisanzeiger durfte einen Blick hinter die Kulissen des Cineplex Bad Hersfeld werfen.

Fast wöchentlich stehen neue Filmpremieren an. Internationale Filmverleiher wie die Walt Disney Studios, Universal Pictures oder 20th Century Fox kaufen zunächst Blockbuster bei beliebigen Filmherstellern ein – diese werden anschließend weltweit an die Kinos verliehen. „Wir kaufen die Filme nicht, wir mieten sie. Die Mietkosten sind von Spielwoche zu Spielwoche unterschiedlich“, verrät Konrad Waldenburger, Veranstaltungskaufmann beim Cineplex Bad Hersfeld, im KA-Gespräch. Das Cineplex muss für jeden Film Verträge mit den Filmverleihern aushandeln. Die Spielwoche ist dabei fest vorgegeben: Sie beginnt immer donnerstags und endet mittwochs. Je nachdem, wie gut ein Film bei den Waldhessen ankommt, wird er für eine weitere Woche gebucht. Wann und wie oft die Streifen über die Leinwand flimmern, kann das Kino selbst entscheiden.

Den Unterschied sehen

Die meisten Kinogänger stellen sich die guten alten Filmrollen und das Surren der Filmstreifen im Projektionsraum vor, also die Analogfilmtechnik, die das wahre Kinogefühl erzeugt. Doch hinter den Kulissen eines Kinos sieht es heute ganz anders aus: „Die klassische Filmrolle entfällt, seit 2011/2012 werden Filme über das digitale Verfahren auf die Leinwand projiziert“, so Waldenburger. Die Filmrolle, die auf einem sogenannten Filmteller liegt, ist heute eher ein Kunstmedium. „Wir haben noch den einen oder anderen analogen Film vorrätig, unter anderem den Kultfilm ‘(T)raumschiff Surprise’. Ein Nachteil an der alten Technik waren aber die unglaublich großen Filmrollen, die bei längeren Filmen wie ‘Der Herr der Ringe’ sogar fast über den Filmteller herausragten’“, erinnert sich Waldenburger. Dennoch habe er immer gerne die Rollen in die Vorrichtung gespannt, damit ein Film gezeigt werden konnte.

Die großen Filmverleiher verschicken statt den klassischen Filmrollen heute kompakte Boxen, in denen sich eine externe Festplatte befindet. Die Festplatte allein, so Waldenburger, ist zunächst wenig wert. Erst wenn die Festplatte Online über einen Schlüsselcode freigeschaltet wird, ist der Film auf dem Kinoserver abspielbereit. Ein Vorteil der Digitalisierung ist vor allem, dass Live-Übertragungen, wie zuletzt etwa aus der New Yorker Metropolitan Opera, möglich sind. Technisch läuft es so ab: Die großen Projekto ren strahlen den Film über ein kleines Fenster im Vorführraum auf die Leinwand. Bei 3D-Vorführungen wird der Projektionsvorsatz als ganze rollbare Einheit vor einen Projektor geschoben – dieser liefert wie bei Einzelprojektions-Kinosystemen üblich 144 Bilder pro Sekunde. Bei 3D-Filmen enthält die Einheit eine Scheibe mit Segmenten aus abwechselnd gegensätzlichen zirkulären Polfiltern, die mit hoher Geschwindigkeit vor dem Projektor rotiert. Die Spielzeiten sind genau festgelegt und werden digital voreingestellt, der Vorführraum muss also nicht die komplette Filmlänge besetzt sein. Natürlich wird noch regelmäßig nach dem rechten geschaut. "Doch die Techniker leisten hier eine so gute Arbeit, dass das nur selten nötig ist", verrät Waldenburger weiter. Und so wird am Ende für jeden Kinogänger der Besuch zum (Film-)Genuss.

Uns interessiert Ihre Meinung zum Wandel in die digitale Kinowelt – sehen Sie einen Unterschied? Gehen Sie gern ins Kino? Schicken Sie uns Ihre Ansichten an die E-Mail Adresse redaktion@kreisanzeiger-online.de mit dem Betreff „Kino-Meinung“.

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