„Knöllchen Affäre“ um Melsungens Bürgermeister Dieter Runzheimer...

Melsungen. Melsungens Bürgermeister Dieter Runzheimer sieht sich dem Vorwurf der Vetternwirtschaft ausgesetzt. Hintergrund der sogenannten "K

Melsungen. Melsungens Bürgermeister Dieter Runzheimer sieht sich dem Vorwurf der Vetternwirtschaft ausgesetzt. Hintergrund der sogenannten "Knöllchen-Affäre" ist eine Dienstanweisung, mit der der Bürgermeister und frühere Pfarrer einen Ordnungspolizisten anwies, ein Ordnungswidrigkeitsverfahren mit Bußgeld in Höhe von 25 Euro gegen einen seiner Bekannten aus dem Kreis der Kirchengemeinde fallen zu lassen. Dieser weigerte sich jedoch, mit der Begründung, weder der Bürgermeister noch der Ordnungsamtsleiter hätten das Recht eine solche Anweisung zu geben. "Hätte ich das so wie gewollt gemacht", so der Hipo, "hätte ich mich der Falschbeurkundung im Amt schuldig gemacht." Die Stadt sah das anders und schickte eine Abmahnung, gegen die er sich gerichtlich zu Wehr setzte.

Vor dem Kasseler Arbeitsgericht wurde am Donnerstag ein Vergleich mit Widerrufsvorbehalt geschlossen. Dieser sieht vor, dass der Hipo wegen des zerrütteten Verhältnis zu seinem Arbeitsgeber seine Stelle verliert und eine Abfindung von 3.750 Euro bekommt. Trotz dieser möglichen Einigung betont Anwalt Andreas Grass aus Korbach, der den Hipo vor Gericht vertrat: "Für mich bleibt da ein Geschmäckle."

Genau gegen diesen Vorwurf wehrt sich Bürgermeister Runzheimer: "Ich habe in meinen sieben Dienstjahren dreimal ein Ordnungswidrigkeitsverfahren zurück gezogen", so betont er, "jedes Mal  sind dafür nur sachliche Gründe ausschlaggebend gewesen."

Noch am Donnerstagabend folgte der Versuch einer Rechtfertigung. In einer persönlichen Erklärung vor dem Haupt- und Finanzausschuss legte Runzheimer seine Sicht der Dinge dar. Insbesondere beruft sich der Bürgermeister in seiner Stellungnahme darauf, dass er zunächst vom Ordnungsamt falsch informiert worden sei und der Ordnungsbeamte nicht das ermahnende Gespräch mit dem Mitarbeiter der Kirchengemeinde gesucht habe, der einen Anhänger auf dem Bürgersteig abgestellt hatte.

Dieser Darstellung widerspricht der Hipo jedoch vehement: "Der Kirchenmitarbeiter ist schreiend auf mich zugekommen, so dass ich mich bedroht gefühlt habe", berichtet er. Sein Kollege könne dies bezeugen. Erst dadurch sei "Öffentlichkeit hergestellt worden", weshalb er geradezu gezwungen gewesen sei, die Ordnungswidrigkeit auch zu ahnden.

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Knöllchen-Affäre in Melsungen: Jetzt meldet sich der Bürgermeister zu Wort

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