Kommentar: Jens Spahn ist einfach Fehl am Platz

Redakteur Rick Fröhnert zum neuen Gesundheitsminister Jens Spahn und dessen kontroversen Aussagen der letzten Wochen.

Redakteur Rick Fröhnert zum neuen Gesundheitsminister Jens Spahn und dessen kontroversen Aussagen der letzten Wochen

Die neue Regierung ist erst ein paar Wochen alt – und schon hat sich ein Herr ganz besonders in den Vordergrund gedrängelt: Der neue Gesundheitsminister Jens Spahn. Auf allen Kanälen ist der 37-Jährige derzeit präsent, vertritt überall seine Meinung. Das wäre super – wenn er sich zur Abwechslung mal um die anver­trauten Themen kümmern würde. Den Ärztemangel auf dem Land oder die Missstände in der Pflege – all das sollte ihm ein „Spahn” im Auge sein.

Stattdessen plaudert er im TV munter über Hartz IV, Migranten und Abtreibung. Ein Jens Spahn sucht sich seine Themenfelder eben selbst aus. Dumm nur, dass er mit seinen Aussagen sogar in der eigenen Partei für Kopfschmerzen sorgt. Von Harzt IV kann man, laut Spahn, wunderbar leben. Bei ­einem monatlichen Gehalt von rund 15.000 Euro (!) hat er auch gut Reden. „Jens Spahn hat den Bezug zur Lebenswirklichkeit verloren“, ­sagte sein Parteikollege, der Vize-Bundesvorsitzende der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft, Christian Bäumler (CDU), daraufhin. Und er trifft den Nagel damit auf den Kopf. Spahn zeigt damit nämlich, wie arrogant und ignorant er ist – und scheinbar um jeden Preis in die Medien möchte.

Auch zum Thema Abtreibung vergriff sich Spahn komplett im Ton. Alle, die gegen ein Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche sind, denen sei ein Tierleben wichtiger als das eines ungeborenen Kindes. Von einem Gesundheitsminister sollte man erwarten können, Aussagen nicht in diesem Ton zu treffen. Auch hier gab es Kritik aus den eigenen Reihen. Spahn vermutlich egal – er stand wieder im Rampenlicht. Ziel scheinbar erreicht. Ob Deutschland nun aber unbedingt einen mediengeilen Gesundheits­minister braucht, wage ich zu be­zweifeln. Er ist einfach Fehl am Platz!

Das zeigte diese Woche auch der ARD-Talk „Hart aber fair”, in der Spahn zu Gast war. Die Themen: Das Gesundheits­system und die Situation der Ärzte in Deutschland. Genau sein Geschäftsbereich. Zu sagen hatte er in der 75-minütigen Sendung dann aber wenig. Mehr als leere Versprechen und großspurige Vorhaben brachte Spahn nicht hervor. Er will „Anreize” für Ärzte schaffen, damit Kassen­patienten genauso schnell versorgt werden wie ­Privatpatienten. Aber wann und vorallem wie er das schaffen will, dazu schwieg er. Schwache Leistung eines schwachen ­Ministers!

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