"Krebskrank zu sein ist extrem teuer"

Redakteurin Manuela Buschky äußert sich zu der Situation um die krebskranke Katja Hansen aus Rotenburg.

Rotenburg.  Mit 26 Jahren schon zweifache Mutter zu sein ist in der heutigen Zeit nicht mehr Gang und Gebe. Wenn man dann noch an einer schweren Krankheit leidet, wird die Kindererziehung sicherlich zu einer Herkules-Aufgabe. Egal wie schlecht es einem geht – die Kinder haben Hunger, müssen gewickelt werden, brauchen Liebe und Aufmerksamkeit. Dieser Aufgabe kann man sich nicht entziehen – auch nicht, wenn es einem noch so schlecht geht. Einen großen Respekt deshalb an die 26-jährige Katja Hansen, die neben ihrem Hirntumor ihre eineinhalb- und fünfjährigen Kinder quasi allein erzieht.

Ihre zwei kleinen Lieblinge sind sicherlich auch der ausschlaggebende Grund, warum sich die 26-Jährige nicht geschlagen geben will, und stattdessen ihren Tumor mit allen Mitteln bekämpft. Sie will Leben, denn sie will ihre Kinder aufwachsen sehen. Solch eine Willensstärke und solch eine positive Einstellung – in einer Lage von größter Not – ist bewundernswert und sollte unterstützt werden. Wie oft meckern die Deutschen, „ich habe so viel Stress auf der Arbeit“, „mir geht es nicht gut, ich hab die Grippe“, oder „ich habe Streit mit der Freundin/dem Freund“. Werfen wir mal einen Blick auf die junge Mutter, die sich neben ihren zwei Schätzchen kaum um sich selbst beziehungsweise ihre überaus schwere Krankheit kümmern kann, dann sind solche kleinen „Wehwechen“ der Deutschen einfach nur lächerlich. Und außer sich in Behandlung zu begeben und an sich zu glauben, kann die 26-Jährige nichts gegen ihre Krankheit tun.

Eine neuartige Therapieform, die sogenannte Hyperthermie, war bei ihr bisher sehr erfolgreich. Sie ließ den Hirntumor um zwei Zentimeter schrumpfen. Leider musste sie selbst für die Kosten aufkommen, da die Krankenkasse nur für die herkömmliche Chemo- und Strahlentherapie aufkommt. Eine Fortsetzung der Therapie kann sie sich nicht leisten. Es ist für mich völlig unverständlich, wieso nicht auch die neue Behandlungsmethode, die offensichtlich besser als andere Methoden anschlägt, von den Krankenkassen übernommen wird. Es gibt so viele Menschen, die ihre Beiträge zahlen, aber die Leistungen der Kassen selten oder nie in Anspruch nehmen. Wäre dann nicht Geld für die Behandlung einer krebskranken, jungen Mutter übrig? Das System ist für mich unverständlich, unfair und unvollständig.

Ich dachte, eine Krankenkasse würde ausnahmslos alles tun, damit ihre Kunden wieder gesund werden – vor allem dann, wenn sie um ihr Leben kämpfen. Fehlanzeige – ein Hirntumor ist wohl noch nicht krank genug! Die arbeitende Bevölkerung zahlt Steuern, die für viele verschiedene (in meinen Augen unwichtigere) Dinge verwendet werden. Aber für eine 26-jährige zweifache Mutter, die ums überleben kämpft, ist kein Geld für die bestmögliche Behandlung übrig. Das System ist falsch!

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