Dr. Krafft meint: Schlechte Karten für Waldhessens Natur

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Dr. Krafft meint...

Zu Waldhessens Natur hat uns Dr. Matthias Krafft folgenden Leserbrief geschrieben: In Waldhessen lösen Planer, Masterplaner, Lobbyisten und Naturverm

Zu Waldhessens Natur hat uns Dr. Matthias Krafft folgenden Leserbrief geschrieben:

In Waldhessen lösen Planer, Masterplaner, Lobbyisten und Naturvermarkter sich gegenseitig ab, indem sie einander die Klinke in die Hand geben. Dort scheint die Vermarktung von Natur zu einem einträglichen Geschäft geworden zu sein. Projekte, Planungen, Vorhaben und Maßnahmen pfuschen der Natur ins Handwerk, das Jahrhunderte brauchte, um das zu werden, was jetzt unter den Hammer kommt bzw. gekommen ist.

Beispiele? Hier sind die vier aktuellsten mit den einschneidendsten Spätfolgen:

– Für die Trassenführung der 380 kV-Hochspannungsleitung reklamiert die Politik die sogenannte "Waldtangente" quer durch ein gewachsenes Waldgebiet, das einen erheblichen Flächenbedarf nach sich zieht, aber kostengünstig sein soll.

– Am Fuldaufer in der Gemarkung Mecklar wurde von Kahlschlagspezialisten ein real existierendes Vogelschutzgebiet quasi über Nacht platt gemacht, ohne dass bisher Auftraggeber, Ausführende, Zahlen und Verwendung den Einschlagholzes offiziell bekannt geworden sind.

– Ebenfalls in Ludwigsau entstehen an Standorten, die gerade mal so eben geeignet erscheinen, neue Windkraftanlagen – ohne dass dort sonderlich gute Windverhältnisse herrschen sollen. Aber nix Genaues sagt man angeblich nicht. Goldgräberstimmung?

– Und in der Fuldaaue von Bebra, Rotenburg, Alheim sowie Ludwigsau sollen Masterplaner auf dem Wege sein, die Eignung einer Flussaue für Gewerbe- und Freizeitzwecke zu untersuchen.

Reicht’s? Uns ja – denen nein!

So kann es auch anderswo aussehen, wo es um Profitalternativen zur bloßen Natur geht. Wo intakte Natur als ökonomische Manövriermasse angesehen wird, wo der schnelle Euro jetzt mehr zählt als der Langzeitschaden mit seinen Spätfolgen. Wo Planungsaufträge an Büros vergeben werden, in denen das Einaugenprinzip noch immer dominiert, der ehrenwehrte Regierungspräsident, ein agiler Landrat das Ausverkaufsspiel mitmachen und prestigeorientierte Bürgermeister mitmischen. Sie alle sollten von allen Betroffenen zu Darstellungen und Sachstandsberichten aufgefordert werden, bevor es definitiv zu spät ist, den Ausverkäufern und Käufern von Natur noch effektiv in den Arm zu fallen. Oder aber auf öffentlichen ökologischen Schmus verzichten, den eh keiner mehr hören will!

Dr. Matthias Krafft,Niederthalhausen

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