Dr. Krafft: „Wir brauchen eine neue Ehre und Glaubwürdigkeit bei Politikern“

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Dr. Matthias Krafft meint:Irgend wie schon reichlich paradox die Lage: In den sogenannten fetten Jahren züchten die Parteien aus wahltaktischen Grün

Dr. Matthias Krafft meint:

Irgend wie schon reichlich paradox die Lage: In den sogenannten fetten Jahren züchten die Parteien aus wahltaktischen Gründen die steigenden Ansprüche der Bürger an den Staat geradezu, um sie jetzt in den sogenannten mageren Jahren ebenso wieder auf unter Normal zurückzufahren.

Sie, die immer von prall gefüllten Kassen schwafelten ("Nehmt nur, Geld spielt keine Rolle!") übertreffen sich jetzt im Klagen: "Wir haben nichts mehr zu verteilen, die öffentlichen Kassen sind restlos leer!" Oder sie suchen ihr Heil in zusätzlichen Kreditaufnahmen, um nochmals Füllhörner über dem Land ausleeren zu können, weil Blamagen vor Wahlen die Stimmung an der Basis erheblich negativ zu Ungunsten der Parteien beeinflussen könnten.

Die Schuldenkrise hat Deutschland fest im Griff und schüttelt es so gewaltig durch, dass den funktionärs- und lobbygesteuerten Parteien Hören und Denken vergeht, was sich in deren zunehmender Orientierungs- und Hilflosigkeit deutlich widerspiegelt.

"Mit Sparen gewinnt man keine Wahlen!"– so lautet eine alte Parteiweisheit. "Aber mit Schuldenmachen auch nicht" – so lautet die bittere Einsicht in eine noch bitterere Realität vor Ort an der Basis. Jetzt rächen sich leichtfertige Versprechungen von Parteien vor den Wahlen, die jetzt zur Einlösung anstehen. Stimmenkauf durch verheißungssvolle Zusagen und Ankündigungen – ein mehr als zweischneidiges Schwert in der Hand von allzu eifrigen Parteisoldaten an ihre Basis.

Wäre es da nicht endlich an der Zeit, dass mündige Parteisoldaten mündigen Bürgern in Sachen Verschuldungskonsequenzen reinen Wein einschenkten? Klartext redeten? Das Kind beim Namen nennen würden? Schmus! Drumherumgeseiere! Funktionärsgesülze! Die Bürger glauben unseren Parteien eh schon nicht, dass sie das Steuer herumzureißen noch in der Lage wären. Ihre Kompassfunktion haben sie schon längst verloren, weil sie viel zu oft mit zu offensichtlich rein parteitaktischen Leerformeln zumüllen.

Willy Brand erfand seinerzeit den mündigen Bürger. Der aber hat längst realisiert, dass mit solchen Hinhaltetaktiken angesichts derartig komplexer Krisenszenarien kein Staat mehr zu machen ist. Eine "Neue Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit" unserer gesamten politischen Klasse – das ist es, was das Land und die Bürger von "denen da oben" erwarten. Ist das denn so schwer zu begreifen?

Dr. Matthias Krafft,Niederthalhausen

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