Kriminalstatistik 2016: Gestiegene Fallzahlen aber höhere Aufklärungsquote

Polizeioberrat Martin Nickl (v.li.), Polizeipräsident Günther Voß und Reiner Neusüß, Leiter der Polizeidirektion Bad Hersfeld, präsentieren auf dem Revier den modernen, digitalen Fingerabdruck-Scanner. Foto: Buschky

Am Dienstag stellte das Polizeipräsidium Osthessen die Kriminalstatistik des vergangenen Jahres vor.

Bad Hersfeld. Auch dieses Mal kann sich die Kriminalstatistik im Polizeipräsidium Osthessen sehen lassen: Zwar ist die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr etwas gestiegen, gleichzeitig ist jedoch auch eine noch bessere Aufklärungsquote zu verzeichnen. Am Dienstag stellten Polizeipräsident Günther Voß, Polizeioberrat Martin Nickl, und Reiner Neusüß, Leiter der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg, die Statistik der Straftaten in 2016 vor.

Insgesamt sei die Kriminalität in ganz Osthessen um 6,8 Prozent gestiegen. Auf lange Sicht gesehen, gibt es seit 2007 jedoch über 20 Prozent weniger Straftaten, erklärte der Polizeipräsident, und weiter: „Die Häufigkeitszahl liegt mit 4.365 Straftaten (pro 100.000 Einwohner) weit hinter dem Landesschnitt (6.672). Das ist erfreulich. Außerdem haben wir eine Aufklärungsquote von 66 Prozent.“ Anschließend stellte Neusüß die Zahlen der Region vor: Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sei die Zahl der Straftaten um 510 angestiegen – demgegenüber stehe der Anstieg der Aufklärungsquote auf 65,6 Prozent. Der größte Anteil der Straftaten sei einfacher und schwerer Diebstahl mit 30, 7 Prozent. Mit 20,7 Prozent sei der Anteil der Vermögens- und Fälschungsdelikte ebenfalls relativ hoch. Grund hierfür sind laut Neusüß die neuen Tatgelegenheiten, die der zunehmende Internethandel bietet; die Möglichkeiten, Straftaten von Zuhause am Rechner aus zu begehen, erschließt neue Tätergruppen, die Straftaten im öffentlichen Raum eher scheuen.

Der Anteil von Körperverletzungen betrage 11 Prozent und Rauschgiftdelikte 8,8 Prozent. Insgesamt konnten im vergangenen Jahr 2.934 Tatverdächtige ermittelt werden, von denen 77 Prozent männlich und 23 Prozent weiblich waren. Von den ermittelten Tatverdächtigen waren 2015 19,8 Prozent Nichtdeutsche Bürger. Im vergangenen Jahr sei der Anteil auf 26,6 Prozent gestiegen. Zum heiklen Thema Kriminalität durch Flüchtlinge nahmen die Polizeichefs Stellung. Wie Neusüß bestätigte, gebe es mit der höheren Zahl an Zuwanderern auch höhere Fallzahlen. So stelle beispielsweise jeder Flüchtling ohne gültige Papiere einen Verstoß gegen das Aufenthaltsrecht dar – allerdings ist die Aufklärungsquote in diesen Fällen auch sehr hoch.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die gestiegene Gewalt gegen Polizeibeamte. Im Herbst des vergangenen Jahres sei eine Polizeibeamtin so schwer verletzt worden, dass sie vor einigen Tagen erst wieder ihren Dienst aufnehmen konnte. Glücklicherweise soll es dafür bald eine Strafverschärfung geben, wobei alle Einsatzkräfte ebenfalls vor Angriffen und Beleidigungen geschützt werden sollen.

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