Kriminalstatistik: Straftaten an Senioren und Polizeibeschäftigte gestiegen

Von links: Leiter der Polizeidirektion Bad Hersfeld, Rainer Neusüß, Conny Jehnert, Polizei-­präsident Günther Voß, Polizeioberrat Martin Nickl und Eike Barth, Kriminalbeamter für die ­Brand­ermittlung. Foto: Buschky

In einer Pressekonferenz wurde heute die Kriminalstatistik 2017 im Kreis Hersfeld-Rotenburg vorgestellt.

Bad Hersfeld. Ein Anlass zur Freude war am Freitag die Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik 2017 vom Polizeipräsidium Osthessen: Die Aufklärungsquote von Kriminalfällen lag im ver-­gangenen Jahr beim Polizeipräsidium Osthessen auf dem historischen Höchststand von 66,3 Prozent. „Mit der Entwicklung sind wir sehr zu-­frieden“, freute sich Polizeipräsident Günther Voß beim Vorstellen der Statistik aus dem letzten Jahr. Die Aufklärungsquote für den Kreis Hersfeld Rotenburg ­liege bei 66,1 Prozent und sei damit um 0,5 Prozent ge-­stiegen. Die Anzahl der Straftaten sei von 5.862 auf 5.506 (minus 6,1 Prozent) zurückgegangen. Dabei gab es 58 weniger Fälle speziell in der Gewaltkriminalität.

Mehr Straftaten zum Nachteil älterer Menschen

Eine extrem negative Entwicklung sei im Kreis Hersfeld-Rotenburg allerdings der Anstieg von Straftaten zum Nachteil älterer Menschen. Hier stiegen die Fälle von 34 in 2016, auf 83 in vergangenem Jahr. Dabei seien Methoden wie Enkeltrickbetrug, Schock­anrufe und das Ausgeben als falsche Polizeibeamte am gängigsten. In solchen Fällen geben sich Unbekannte am Telefon oder an der Haustür als eine andere Person aus und veranlassen Senioren damit, ihnen Bargeld zu übermitteln. Während es in 2016 im Kreis nur einen einzigen Vorfall von falschen Polizeibeamten gab, gab es in 2017 schon 72 Fälle, quasi das 72-fache vom Vorjahr. Die Masche Enkeltrick und Schockanrufe passierte im letzten Jahr mehr als ­doppelt so häufig wie in 2016. Eine neue Seniorenkampagne der Polizei Osthessen soll Abhilfe leisten. Mit der ­Aktion sollen Bürger, vor ­allem Senioren, über solche Art von Straftaten informiert und sensibilisiert werden und die Sicherheit aller Bürger gesteigert werden. Aber auch die Straftaten gegen Polizeibeschäftigte sind in der Region mehr ge-­worden: Von 26 Vorfällen (2015) und 41 Vorfällen (2016) stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 50 Fälle an. Zugenommen haben außerdem die Wohnungseinbruchsdiebstähle um 31,8 Prozent (88 Fälle in 2016, 116 Fälle in 2017), sowie die Rauschgiftkriminalität um 8,6 Prozent (513 Fälle in 2016, 557 Fälle in 2017). Von 86 auf 102 Fallzahlen sei ebenfalls der schwere Diebstahl aus Kraftfahrzeugen angestiegen, sowie die Sachbeschädigung von 496 auf 533 Fälle.

Erfreuliche Rückgänge

Daneben seien aber auch erfreuliche Rückgänge zu verzeichnen: Mit 76,1 Prozent, quasi einem Drittel weniger, gab es den größten Rückgang bei den ausländerrechtlichen Verstößen. Diebstähle seien um 9,5 Prozent, Vermögens- und Fälschungsdelikte sogar um 15,5 Prozent zurückgegangen. Es gab 11,4 Prozent weniger Sexualstraftaten und 4,2 Prozent weniger Körperverletzungen.

Das häuftigste Delikt im Kreis Hersfeld-Rotenburg sei mit 29,6 Pozent der Diebstahl, gefolgt von Vermögens- und ­Fälschungsdelikten mit 18,6 Prozent. Raubdelikte kamen mit 0,5 Prozent am seltensten vor. Mit 30 Raubdelikten sei das die niedrigste Zahl seit 2008. Die Höchstmarke von 647 Fällen der Körperver-­letzung wurde auf 620 reduziert. Auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen sei das häufigste Delikt die Sachbeschädigung an Kfz gewesen, gefolgt von Diebstahl aus dem Kfz und an dem Kfz. An vierter und fünfter Stelle stand an öffentlichen Plätzen der Fahrraddiebstahl und die Körperverletzung.

Ein aktuelles Thema sei seit einigen Jahren die Internetkriminalität. Mit 165 Delikten (54,5 Prozent) sei der häufigste Fall der Waren- und Warenkreditbetrug. Mit 6,9 Prozent (21 Fälle) sei auch die Beleidigung ein häufiges Delikt in der Internetkriminalität.

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