Kriminalstatistik 2018 mit Top-Ergebnis

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Polizeipräsidium Osthessen glänzt mit Rekord-Aufklärungsquote

Fulda/Waldhessen. Wieder einmal war die Vorstellung der Kriminalstatistik des vergangenen Jahres beim Polizeipräsidium Osthessen in Fulda ein Grund zur Freude: Mit 67,7 Prozent wurde bei der Aufklärungsquote ein neuer Höchststand erreicht. Und trotz eines leichten Anstiegs der Gesamtzahl an Straftaten, sind Rückgänge in vielen schwerwiegenden Deliktbereichen zu verzeichnen, so bei der Straßenkriminalität, Diebstählen und Wohnungseinbrüchen ebenso wie bei der Jugendkriminalität und Rauschgift-Delikten. „In Osthessen leben Sie sehr sicher“, fasste Polizeipräsident Günther Voß die Ergebnisse zufrieden zusammen. Dazu trugen auch einige Veränderungen im Polizeipräsidium Osthessen bei, über die Voß berichtete: So verfügt das Präsidium nun über ein neues Zentralkommissariat zur verbesserten Analyse und Auswertung von Verbrechen. Mit dem neuen Kriminal-Dauerdienst sind nun Kriminalbeamte rund um die Uhr im Einsatz anstatt wie bisher auf Rufbereitschaft zu reagieren.

Anlass zur Sorge sind auch im Polizeipräsidium Osthessen die steigenden Körperverletzungen und Übergriffe gegen Polizeibeamte wie auch andere Einsatzkräfte – diese sind im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Zum Schutz vor solchen Übergriffen können die Beamten in Osthessen aber auf neue, verbesserte Schutzausrüstung zurückgreifen, die im Rahmen der Pressekonferenz vorgestellt wurde. Bodycams sollen außerdem helfen, die Täter zu identifizieren.

Das Polizeipräsidium plant außerdem die Anschaffung von Tasern als zusätzliches nicht-tödliches Einsatzmittel und Alternative zum Einsatzes von Schusswaffen. Entsprechende Erprobungen hätten ergeben, dass Taser sehr gut dazu geeignet sind, Eskalationen zu verhindern, da in den meisten Fällen bereits das Vorzeigen des Geräts die Täter zur Aufgabe bewegt.

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg fällt die Bilanz ebenfalls gut aus: Mit 67,4 Prozent ist die Aufklärungsquote ebenfalls auf Rekordhoch und die – ohnehin sehr niedrige Gesamtfallzahl – ist weiter auf 5.353 gesunken und wieder auf dem Niveau von 2015 angelangt. Damit habe sich nach einem deutlichen Anstieg im Jahre 2016 – unter anderem in Verbindung mit der Flüchtlingskrise durch zahlreiche Aufenthaltsverstöße – die Lage wieder normalisiert, wie Martin Nickl, Leiter der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg festellte. Erfreulich ist dabei ein Rückgang bei Diebstählen (darunter auch Wohnungseinbrüche) um rund 7 Prozent. Dank verstärkter Prävention bleiben mittlerweile rund 42 Prozent der Einbruchsversuche erfolglos, ebenso ist die Aufklärungsquote von 43,6 Prozent (20,9 bei Wohnungseinbrüchen) beachtlich, denn bei Diebstählen ist die Tätersuche oftmals aufwendig. Auf dem Vormarsch sind weiterhin Betrugsdelikte und die Internetkriminalität, hier besonders der Warenkreditbetrug über diverse Online-Verkaufsplattformen. Angesichts der weiter fortschreitenden Digitalisierung ist ein Ende dieses Trends nicht in Sicht. Jedoch ist die Aufklärungsquote in diesem Bereich mit über 90 Prozent sehr hoch, da die Taten im Internet leicht zurückverfolgbar sind.

Sorge bereitet der Polizei die Zunahme von Straftaten zum Nachteil älterer Menschen, auch bekannt als „Enkeltrick“. Zunehmend nehmen die Betrüger ältere Menschen mit immer neuen, perfiden Maschen ins Visier. Die Polizei versucht hier mit verstärkter Aufklärungsarbeit, unter anderem mit der Präventionskampagne „Senioren sind auf ZACK“, die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren.

Während die Straßenkriminalität zurückging, ist ein atypischer Anstieg bei Körperverletzungsdelikten zu beobachten. Dies sei aber unter anderem auch auf ein verändertes Anzeigeverhalten zurückzuführen, wie Uwe Teichmann von der Kriminalpolizei Hersfeld-Rotenburg berichtete: „Früher wurde zum Beispiel eine Kirmesschlägerei nicht zur Anzeige gebracht, während heute die Polizei gerufen wird.“ In 66 Prozent der Fälle handelt es sich um einfache Körperverletzungen. Die Polizei Hersfeld-Rotenburg begrüßt die geplanten Maßnahmen zur Videoüberwachung im Bereich des Hersfelder Bahnhofes, da es hier in der Vergangenheit zu einigen Vorfällen kam. Außerdem wird Videoüberwachung natürlich auch während des Hessentages eine Rolle spielen, verriet Nickl.

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