Landesstraße seit 70 Jahren nicht grundhaft saniert

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Sichtbarer Unterschied in der Landesstraßenqualität zwischen Hessen und Thüringen (hier endet Thüringen – Hessen fängt schlecht an).

Schlechter Straßenwitz an der Grenze zu Thüringen: 600 Meter voller Schlaglöcher auf hessischer Seite laden nicht ins Land ein.

Wildeck. Zwischen Berka/Werra und Gerstungen gibt es eine hessische Landzunge, die erst nach der Wiedervereinigung der beiden Teile Deutschlands ihre Funktion wiederbekommen hat. Zuvor brauchte sie niemand. In diesem Zustand, gesäumt von großen Alleebäumen, befindet sie sich heute noch. Dieses Stück hessischer Landesstraße (L3250) dient somit als Verbindung der Thüringer Gebietskörperschaften, die als einzige Straße seit der Wiedervereinigung nicht angefasst wurde. Ein besonderes Eigeninteresse der hessischen Landesregierung ist nur begrenzt vorhanden. So erklärt sich die kuriose Situation, dass zwischen zwei Thüringer Gemeinden, deren Landesstraße inzwischen ein ansehnliches Bild hergibt, eine 600 Meter lange Schlaglochpiste liegt, die von hessischen Hoheitsschildern gekennzeichnet ist.

Die beiden SPD-Kreisvorsitzenden Maik Klotzbach, im thüringischen Wartburgkreis, und Torsten Warnecke MdL, im hessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg, sowie dessen Landtagskollege Dieter Franz (Wahlkreis Rotenburg), stehen schon länger zu diesem Thema in Verbindung und suchen nach Lösungswegen. Für Klotzbach ist neben dem schlechten Zustand vor allem die Unfallgefahr ein Gebot zum Handeln: „Es gibt weder Geschwindigkeitsbeschränkungen noch -kontrollen. Die Banketten sind teilweise kaputt, Schlagloch reiht sich an Schlagloch. Zum Schutz der Allee-Bäume und Autofahrer stehen verständlicherweise Leitplanken. Die Fahrbahn ist dadurch noch schmaler. So fahren viele Lkw auf der Straßenmitte und erst vor kurzem gab es wieder einen schweren Unfall.“ Dabei ist diese Strecke stark befahren. Sie ist Autobahnzubringer und spielt im ‘kleinen Grenzverkehr’ auch für Hessen eine wichtige wirtschaftliche Rolle für Pendler und kooperierende Firmen, die an der Westthüringer Landesgrenze Standorte haben.

Von links: Klaus Stein (2. Beigeordneter Gerstungen, CDU) Karina Fissmann (SPD-Unterbezirksvorsitzende Werra-Meißner-Kreis) Torsten Warnecke (MdL Hessen, SPD) Dieter Franz (MdL Hessen, SPD) Maik Klotzbach, SPD-Kreisvorsitzender Wartburgkreis Armin Körzell (SPD-Fraktionsvorsitzender Wildeck) Udo Sauer (1. Beigeordneter Wildeck, SPD).

Jüngst stellte Warnecke eine Anfrage im Hessischen Landtag. Minister Al-Wazir (Grüne) gab zu, die Strecke sei keine Visitenkarte. Eine Gebietsabtretung an Thüringen, so Al-Wazir, mache eigentlich Sinn, aber dann müsste die Straße vorher natürlich saniert werden. Dann könne man sie auch gleich behalten. Warnecke: „Bis Ende 2022 läuft das aktuelle Straßensanierungsprogramm in Hessen und so lange scheint die schwarz-grüne Landesregierung also warten zu wollen. Inklusive der Jahre der Teilung ist dieser Landesstraßenabschnitt somit dann fast 70 Jahre nicht grundhaft saniert worden.“ Sein Landtagskollege und Wahlkreisabgeordneter für die Gemeinde Wildeck, Franz, ergänzte: „Die SPD-Landtagsfraktion hatte in einem Nachtragshaushaltsantrag gefordert, die jährlichen Mittel im Landesstraßenbau von 55 Mio. Euro auf 94 Mio. Euro anzuheben. Dies lehnte die schwarz-grüne Mehrheit leider ab.“ Um alle notwendigen Investitionen zu tätigen, wären dabei eigentlich gut 150 Mio. Euro jährlich für den hessischen Landesstraßenbau notwendig.

Klotzbach, Franz und Warnecke werden weiterhin grenzübergreifend daran arbeiten, dass dieses Problem vor 2022 endlich behoben wird. Hier funktioniert die hessisch-thüringische Zusammenarbeit offenbar sehr gut.

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