5 vor 12 im Landtag

Provokation am Landtag: Wandel steckt sie in den Sack Bad Hersfeld / Wiesbaden. Die Landtagswahl hat mit einer Beteiligung von 64,3 Prozent nich

Provokation am Landtag: Wandel steckt sie in den Sack

Bad Hersfeld / Wiesbaden. Die Landtagswahl hat mit einer Beteiligung von 64,3 Prozent nicht nur die Whler in Hessen, sondern auch die kritische Kunst im Lande mobilisiert: Ihre im Bad Hersfelder Atelier Rotation 31" entstandene Installation 5 vor 12" baute die Knstlerin Renate Wandel am Freitag vor dem Hessischen Landtag auf. Das Bild: Eine Domina in Lebensgre hat die groen Parteien in einen Sack gesteckt - nur die farbigen Fe schauen raus - und drischt mit der Reitgerte auf sie ein. An den Farben ihrer Fe, die aus dem Sack herausragen, sind SPD, CDU, Grne und FDP zu erkennen. Das Wahlvolk nachdenklich zu stimmen war Wandels Absicht, mit der sie mitten in den Bienenkorb der Journalisten stach und Sender wie N24 oder den Hessischen Rundfunk aufhorchen lie. Alle in einen Sack stecken', heit nicht, dass mir die Politik egal ist", erklrte Renate Wandel vor laufenden Kameras. 5 vor 12" sei als Slogan an die Parteien gerichtet gewesen, damit sie sondieren sollten, ob sie in den Sack gehrten oder nicht. Gefragt, warum eine Domina - und nicht etwa ein Deutscher Michel - auf die eingesackten Parteien einschlgt, erluterte Wandel: Die Politik prostituiert sich, wenn Sozialprogramme unter den Tisch gekehrt werden, weil Politiker mit den Wlfen heulen wollen. Gleiche Gedanken konnten sich die Whler ber ihre Volksvertreter machen."

Der Whler hat entschieden

Welche Gedanken die Whler hatten, wurde Sonntagnacht in den Ergebnissen der Landtagswahl deutlich. Zwar ist Landesvater Roland Koch rein rechnerisch der Sieger. Gemessen an den zwlf Prozent Stimmverlusten im Landesdurchschnitt ist sein hauchdnner 38,8%-Sieg aber eher als schallende Ohrfeige zu werten. Statistisch verloren und moralisch gewonnen hat demgegenber die SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti. Mit ihr stiegen die Sympathiewerte fr die Sozialdemokraten in Hessen um 7,6 auf 36,7 Prozent. Weitere Ergebnisse in Prozent: Grne 7,5 (-2.6); FDP 9,4 (+1.57); Die Linke 5.1 (+5.1); Freie Whler 0.9 (+0.9). Die 110 Sitze im Landtag verteilen sich wie folgt: CDU 42, SPD 42, FDP 11, Grne 9, und Die Linke 6.Die Sieger der Direktwahlen sind die Sozialdemokraten Dieter Franz (48,3 %) im Wahlkreis 10 Rotenburg sowie Torsten Warnecke (45,9%) im Wahlkreis 11 Hersfeld. ber ihre Listenplazierungen ziehen die Christdemokratinnen Angelika Scholz (Rotenburg) und Elisabeth Apel (Hersfeld) erneut in den Hessichen Landtag ein.(gsk)

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