Lautstarker Protest

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Bad Hersfeld. Amazonier streikten erneut - Gewerkschaft versicherte Solidarität und „internationale Vernetzung“

Bad Hersfeld. Unter dem Motto "Weihnachten steht vor der Tür – Wir auch" streikten auch heute Morgen wieder Mitarbeiter der Bad Hersfelder Amazon-Verteilerzentren FRA1 und FRA3 auf dem Schildegelände. Die Forderung eines Tarifvertrages auf dem Niveau des hessischen Einzel- und Versandhandels  wurde so erneut mit lautstarkem Protest unterstrichen.

Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke fand deutlich Worte: "In den Wochen vor Weihnachten ist die Arbeit bei Amazon besonders stressig". Man wolle dem Arbeitgeber zeigen, wie wichtig jede einzelne Arbeitskraft in einer Zeit sei, in der der größte Umsatz gemacht werde.

Die Gewerkschaft ver.di setzt den Arbeitskampf bei Amazon Bad Hersfeld, der seit Frühjahr 2013 geführt wird und in Arbeitniederlegung mündet, auch weiterhin fort. Wie Mechthild Middeke  mitteilte haben sich die Streikenden am Standort Bad Hersfeld heute einstimmig für die Fortsetzung der Streikmaßnahmen am größten Amazon Standort in Deutschland ausgesprochen.  Die kommenden Tage sollen laut ver.di erneut zum Streik genutzt werden. Am Mittwoch beginnt die Streikversammlung ab 11 Uhr. Geplant ist eine Demonstration der Amazonier um 11.30 Uhr in der Innenstadt von Bad Hersfeld. Die Schildehalle war am heutigen Vormittag von aufgebrachten Sprechchören einiger Redner erfüllt. Lautstark taten diese ihre Meinung kund und immer wieder wurde zur Vernetzung und Solidarität in Werken aus aller Welt gefordert. Unterstützt wurden die heimischen Redner auch von ebensolchen aus dem Ausland: "Helen aus Great Britain" beispielsweise sicherte den anwesenden Streikenden ihre Unterstützung zu. Mit Parolen wie "We’ll never walk alone" und "Euer Streik ist unser Streik" machte die Rednerin deutlich, dass auch außerhalb Deutschlands der Unmut über Amazon groß sei. Gegen die niedrigen Löhne wolle man zusammen ankämpfen und die schlechten Arbeitsbedingungen verbessern.

Auch die heimischen Politiker der SPD, Dieter Franz und Torsten Warnecke waren zugegen. "Auch nach den Wahlen sind wir Sozialdemokraten da, um die Arbeitnehmerrechte zu stärken – und das seit 150 Jahren! Ohne die Gewerkschaften gäbe es keinen Erfolg seitens der Arbeitnehmer. Die Gewerkschaften auszuschalten – das ist nicht meine Politik", verkündete MdL Dieter Franz.

Die hessische Landtagsabgeordnete der Linken, Janine Wissler, bezeugte ebenfalls ihre Unterstützung im momentanen Kampf gegen Amazon. "Internationale Solidarität zu zeigen, ist wichtig. Ich verfolge die Proteste gegen Amazon schon seit dem ersten Streik und wünsche Euch allen weiterhin viel Erfolg", so ermutigte Wissler die Zuhörer."Wir sorgen uns um die Weihnachtsgeschenke der Kinder der Beschäftigten von Amazon. Wenn der Versandhandelsgigant aus den USA seinen Mitarbeitern tarifliches Weihnachtsgeld zahlen würde, könnten diese mit über  1.200 Euro fest ‘fürs Fest’ rechnen", ergänzte Middeke abschließend.

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