Leben wie in der Steinzeit: Hausen feiert „erstes Feuer 2016“

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Der Funke sprang über: Steinzeitfreunde Hausen feiern „erstes Feuer 2016“ - mit Bildergalerie

Oberaula-Hausen. Feuer übte schon immer eine Faszination auf die Menschen aus, dazu nimmt man heutzutage beispielsweise altes Papier und zündet es einfach mit dem Feuerzeug an. Vor 30.000 Jahren sah die Situation jedoch noch ganz anders aus, unsere Vorfahren erzeugten mit einem Feuerstein und einem Stück Markasit (Mineral) einen Funken, der zerkleinerten Zunderschwamm zum Glimmen brachte – damit entfachten sie schließlich ein Feuer.

Vergangenen Sonntag hatten die Steinzeitfreunde Hausen bereits zum sechsten Mal dazu eingeladen, es den Menschen der Steinzeit gleichzutun. Mehrere Kandidaten folgten dem Ruf von Steinzeitfreund Uwe Bickert, der mit seinem Horn den Wettbewerb zum "ersten Feuer in 2016" eröffnete. Henrik Allendorf aus Ottrau gelang bei seinem Debüt recht schnell ein guter Schlag und der Funke sprank förmlich über. Vorsichtig pustete er in die noch schwache Glut, ein Nest aus trockenem Gras diente als erstes Brennmaterial.

Plötzlich sah man im dichten Qualm eine kleine Flamme, die das Brennmaterial rasch entzündete - auf der Feuerstelle legte er schließlich noch etwas Reisig dazu und schon begann es zu knistern.

Obwohl das Feuer bereits brannte, gaben die restlichen Teilnehmer nicht auf, die neunjährige Greta Britt Schäffer schaffte es mit etwas Unterstützung und auch Stefan Eggers aus Österreich hatte genügend Durchhaltevermögen. Zur Belohnung durften sie nun an "ihrem Feuer" Stockbrot backen. Etwa 80 Besucher zeigten sich beeindruckt von dem Spektakel, im Anschluss gönnten sie sich einen "süßen Mammutfladen", eine Steinzeit-Bratwurst und dazu einen Becher "Mammut-Blut" oder einen Honigpunsch aus dem Feuertopf.

Während die Erwachsenen sich für die steinzeitlichen Funde aus der näheren Umgebung interessierten, versuchten Ronja Schäfer und andere Kinder mit dem Steinzeitbohrer ein Loch in eine Holzscheibe zu bohren. Bei frischem, aber doch sonnigen Wetter hielten es die Gäste noch lange auf dem Steinzeitplatz "am Birket" aus.

Infotafel mit Insektenhotel eingeweiht

Bevor das erste Feuer brannte, weihten die Steinzeitfreunde die neue Infotafel ein. "Die Fundstelle wurde bereits 1940 entdeckt", blickte Vereinsvorsitzender Uwe Bickert auf die Archivierung der ersten Artefakte aus der steinzeitlichen Geschichte von Hausen zurück. Wegen seiner Quarzitvorkommen, die bis an die Oberfläche reichten, war die Gegend bereits vor über 500.000 Jahren für den Homo Erectus interessant - aus dem Gestein konnte er nämlich scharfe Werkzeuge herstellen.

"Es gibt über 2.000 solcher Funde, die zum Teil in Museen in Kassel und Ziegenhain aufbewahrt werden", sagte er, deshalb sei es an der Zeit gewesen, eine Informationsmöglichkeit für Einheimische und Touristen zu schaffen. Mit viel Eigenleistung haben die Steinzeitfreunde diese Infotafel gebaut, die auf der Rückseite ein sehr großzügiges Insektenhotel beherbergt.

Unterstützt wurden sie dabei mit Spenden der VR-Bank und Hessen-Lotto sowie dem Amt für Bodenmanagment, das Schautafeln mit den genauen Fundorten erstellt hatte. Bürgermeister Klaus Wagner dankte dem Verein für sein Engagement und freute sich über "das zweite Vier-Sterne-Hotel" in der Gemeinde Oberaula.

Hier finden Sie zahlreiche Fotos von unserem Fotografen Ulrich Köster:

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