Leserautor zur Stichwahl: Kurzfristiger Richtungswechsel?

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René Elges äußert sich zur anstehenden Bürgermeisterstichwahl in Heringen.

Heringen. Ebenfalls zur Bürgermeisterwahl meint René Elges:

Am 20. März geht Heringen in die Stichwahl zwischen Hans Ries und Daniel Iliev und stimmt damit maßgeblich für die Entwicklung unserer Stadt ab. Wir als Wähler stehen nun vor der Entscheidung mit Daniel Iliev einen großartig angekündigten Richtungswechsel einzuläuten oder mit Hans Ries den eingeschlagenen, wenn auch steinigen Weg fortzuführen.Doch wie sieht dieser Richtungswechsel denn nun im Detail aus und wie wirkt sich das auf die Zukunft unserer Stadt aus. Im Wahlkampf kam auch das Thema Einkaufsmärkte bzw. das schon länger in der Diskussion stehende Innenstadtprojekt in der Hauptstraße zur Sprache.

Leider konnte man von Daniel Iliev kein klares Statement dazu bekommen, außer der Aussage, dass die Innenstadt nicht noch mehr durch den Lärm von Anlieferern belastet werden sollte und man kein Geld ausgeben kann, was man nicht hat. Die Frage, die sich nun aber stellt, ist: Wie sieht unsere Innenstadt in zehn Jahren aus? Können die bisher recht gut funktionierenden Geschäfte in der Hauptstraße noch bestehen, wenn sich Heringen dazu entschließt entgegen allen Empfehlungen und Studien lieber im Ried, rund um Aldi und Rewe neue Verkaufsflächen zu erschaffen, anstatt wie von Bürgermeister Ries angestrebt, mit einem Innenstadtkonzept mit Lebensmittel- und Drogeriemarkt die Hauptstraße zu verstärken. Ich selbst arbeite in einem der Geschäfte in der Hauptstraße und beschäftige mich beruflich sehr mit Stadtmarketing und weiß daher aus eigener Erfahrung wie wichtig diese Entscheidung für Heringen ist. Natürlich kostet das die Stadt im erstem Moment Geld, aber auch eine Erweiterung der Flächen im Ried ist nun mal nicht umsonst und kostet höchstwahrscheinlich noch mehr als die Bereitstellung der Fläche in der Innenstadt.

Was wohl auch noch keiner der Befürworter der Baumaßnahmen im Ried bedacht hat, ist die Tatsache das durch die jetzige Bebauung mit Aldi, Rewe usw., die angrenzenden Wiesen und damit genau die Flächen, die für die Erweiterung der Märkte vorgesehen sind, im Laufe der letzten zehn Jahre nach und nach soweit versumpft sind, das sich dort mittlerweile ein Feuchtbiotop mit geschützten Tier- und Pflanzenarten (u.a. Ringelnattern) gebildet hat. Was das für großangelegte Baumaßnahmen bedeutet, brauche ich hier wohl nicht weiter ausführen.Jedem logisch denkendem Menschen sollte auch klar sein, dass "wenn" die Märkte im Ried sich vergrößern, kein Investor dieser Welt (immerhin gibt es momentan vier davon) noch irgendeinen Cent in ein Innenstadtprojekt stecken will, da auch in Heringen jeder Euro nur einmal ausgegeben werden kann.

Wenn jetzt also die Weichen neu gestellt werden und unsere Innenstadt "beruhigt" werden soll, darf man sich nicht wundern, wenn in zehn Jahren die Hauptstraße wirklich ruhig ist und auch der letzte Laden seine Türen schließen muss. Die Jugendlichen können sich dann aussuchen, in welchem Laden sie Ihren Jugendclub eröffnen wollen... wir haben dann ja genügend leere Flächen in der Hauptstraße. Nur leider gibt es dann wahrscheinlich nicht mal mehr eine Eisdiele, wo man im Sommer eine leckere Kugel Eis genießen kann.René ElgesHeringen

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