Zum Leserbrief von Elisabeth Apel „Bei der Wahrheit bleiben“

Eine weitergehende zeitraubende Recherche fr ihren Leserbrief wollte Frau Apel sich wohl ersparen, als sie kurzerhand mit im Internet verf

Eine weitergehende zeitraubende Recherche fr ihren Leserbrief wollte Frau Apel sich wohl ersparen, als sie kurzerhand mit im Internet verffentlichen Daten des ko-Instuts eine Schulrechnung aufmachte, die so vllig unsinnig ist, und sie somit zu einem Ergebnis kam, das mglicherweise irgendwelchen Wahlkampfzielen dienlich sein kann, nicht aber der Strkung unserer Region und einer lebenswerten Zukunft kommender Generationen.

Meine Nachforschungen haben ergeben, dass das ko-Institut mit seiner Kurzstudie aufzeigen wollte, dass Atomenergie bei der Stromproduktion keinesfalls eine CO-freie Alternative zu den fossilen Energietrgern ist, wenn man auch die bei Rohstoffgewinnung, Aufbereitung und Transport anfallenden Treibhausgase bercksichtigt. Zwar sind die geringer als bei Strom aus Braunkohle- oder Importsteinkohlekraftwerken, jedoch kann nach Auffassung des ko-Instituts die Atomenergie trotzdem keinen sinnvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten, da sie andere Risiken aufweist, die Rohstoffbasis zu gering ist, sie zu teuer und zu langsam ist sowie international nicht vertrglich. Demgegenber verursacht Strom aus erneuerbaren Energien und hier insbesondere Biomasse in Kraft-Wrme-Kopplung deutlich weniger Treibhausgase als Atomstrom.

Telefonisch wurde mir von einem Mitarbeiter des ko-Instituts besttigt, dass einerseits das Datenmaterial zur Berechnung der bei der Herstellung von Solarzellen anfallenden Treibhausgase schon einige Jahre alt sei und somit die Werte bei Anwendung neuer Produktionsverfahren heute schon deutlich niedriger liegen drften. Andererseits sei die von Frau Apel aufgemachte Rechnung schon vom Ansatz her falsch: Die gnstigen CO-Werte gelten nur fr bestehende, abgeschriebene AKWs, die noch bis zum Ende der vereinbarten Restlaufzeit weiter betrieben werden und bercksichtigen nicht die Entsorgung. Und wegen der knapper werdenden Uranvorrte wird die Gewinnung aufwndiger, Kosten und CO-Anfall steigen. An Neubauten denke sowieso derzeit niemand ernsthaft.

Erneuerbare Energien ersetzen vielmehr eine Treibhausgasbelastung von etwa 600 g/kWh des derzeitigen Strommixes und sparen fossile Brennstoffe ein, so dass, entgegen Frau Apels Rechnung, keine Verdreifachung des CO-Ausstoes sondern eine mindestens sechsfache Minderung erreicht wird. Weiteren Argumenten, wie unsichere Versorgung und steigende Preise bei Einsatz erneuerbarer Energien, setze ich folgende Rechercheergebnisse und Argumente entgegen:

Das Projekt Regeneratives Kombikraftwerk verknpft und steuert 36 ber ganz Deutschland verstreute Wind-, Solar-, Biomasse- und Wasserkraftanlagen. Es ist ebenso zuverlssig und leistungsstark wie ein herkmmliches Grokraftwerk. Das in 2007 gestartete Projekt unter wissenschaftlicher Begleitung des in Kassel ansssigen ISET (Institut fr Solare Energieversorgungstechnik) beweist, wie durch die gemeinsame Regelung kleiner und dezentraler Anlagen bedarfsgerecht und zuverlssig Strom bereitgestellt werden kann. Einer Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien steht zumindest technisch nichts im Wege.

Darber hinaus knnten grere Verbraucher wie Khlhuser oder Waschmaschinen ber ein Lastmanagement Schwankungen im Energieangebot ausgleichen. Im November 2007 fand in Bonn die IRES II, die Konferenz zu Speichertechniken fr erneuerbare Energien statt. Als Highlights wurden neben Kombikraftwerk und Mglichkeiten des Lastmanagements Weiterentwicklungen der Batterie-Technologien, direkte Wasserstofferzeugung aus Licht und Wasser sowie eine neue Speichermglichkeit fr Wasserstoff vorgestellt.

Die Vergangenheit hat bewiesen, dass Energie nicht nur durch gesetzlich bedingte Umlagen immer teurer wird, wie stndig behauptet. Auerhalb der jhrlichen Bilanzen wird verschwiegen, dass die immensen Gewinne der Energiekonzerne dank der hohen Energiepreise in Deutschland zustande kommen. Dagegen knnte man eine weitgehende regionale Selbstversorgung setzen, mglichst in Brgerhand. Frau Apel, da Sie selbst Nutzer erneuerbarer Energien sind, htte ich mir von Ihnen ein Votum fr vermehrten Einsatz erneuerbarer Energien in Waldhessen gewnscht, zumal Sie auf dem Pressefoto vom 6.1.2008 bei der berreichung des LEADER-Frderbescheides fr unsere Region anwesend waren.

Herbert MhlbauerBebra

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