Zoff um Luther-Ausstellung

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Stein des Anstoßes: Thomas Fehling als Gesslerhut.

Ausgerechnet zum Luther-Jahr soll Luther nicht in Bad Hersfeld gezeigt werden.

Bad Hersfeld.  Verwunderung herrscht in Bad Hersfeld über die kurzfristige Absage der Ausstellung „Blitzschlag“ in der Galerie imn Stift. Die Ausstellung mit Werken der Hersfelder Künstlerin Renate Wandel zum Leben Martin Luthers sollte passend zum Reformationsjahr ab dem 29. September gezeigt werden. Doch obwohl bereits Anfang des Jahres festgelegt und in die städtischen Programmhefte und Plakate zum Lutherjahr aufgenommen, hat jetzt Bürgermeister Thomas Fehling seine Verwaltung angewiesen, die Ausstellung abzusagen. Als Ursache nannte Fehling eine Beleidigung durch die Künstlerin im Jahre 2014, für die sie sich bis heute noch nicht entschuldigt habe. Ein zur Verfügungstellen städtischer Räume ist für ihn daher undenkbar. Hinter dieser Begründung vermuten die Organisatoren der Aisstellung den Ärger um eine Karikatur des Bürgermeisters, mit der die Künstlerin die Entlassung des damaligen Festspielintendanten Holk Freytag kommentierte. Die Zeichnung des Bürgermeisters ersetzte auf ihrem Gemälde der legende von Wilhelm Tell den „Gesslerhut“, ein Symbol für das selbstherrliche Verhalten, das dem Kurfürsten in der Sage zugeschrieben wird. Seinerzeit musste Bürgermeister Fehling die Ausstellung, die er hatte schließen lassen, nach einer gerichtlichen Verfügung wieder öffnen. „Doch er scheint aus der alten Schlappe nichts gelernt zu haben. Ein anwaltliches Schreiben, das den Magistrat der Stadt Bad Hersfeld aufforderte, die Absage der aktuellen Luther-Ausstellung zurück zu nehmen, ist innerhalb der gesetzten Frist nicht einmal beantwortet worden“, teilt die Kulturagentur CreConcert mit.

Auf Schärfste kritisiert auch der SPD-Stadtverband das Ausstellungsverbot sichert der betroffenen Künstlerin volle Solidarität zu, erklärten der SPD-Stadtverbands- und SPD Fraktionsvorsitzende Karsten Vollmar und der kulturpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Dr. Thomas Handke. Bürgermeister Fehling habe dieses Ausstellungsverbot in der städtischen Galerie im Stift ausgesprochen, weil er der Künstlerin eine Karikatur zum unberechtigten Rauswurf des damaligen Intendanten Holk Freytag durch die Bürgermeister-Mehrheit nachtrage. Dies sein, so die SPD-Kommunalolitiker weiter, ein Verhalten nach Gutsherrenart, um unliebsamen Zeitgeistern das „Wort“ zu verbieten. Handke sagte, der Arbeitskreis Luther, dessen Vorsitzender er ist, habe unter Beteiligung aller Fraktionen, einstimmig diese Ausstellung in das städtische Programm für das Luther-Jahr 2017 aufgenommen. Die Stadtverwaltung habe dann die Künstlerin zu dieser Ausstellung eingeladen und einen mündlichen Vertrag geschlossen sowie die Ausstellung in ihren entsprechenden Flyern angekündigt. Sofern die Ausstellung verboten bleibe, werde die Künstlerin wahrscheinlich klagen. Die anfallenden Kosten müssten dann bei einem zu erwartenden Urteil zu Gunsten der Künstlerin die Stadt und somit die Bürgerinnen und Bürger tragen.

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