Margot und Willi Heyde feiern ihre Goldene Hochzeit

Meckbach. Die gute alte Deutsche Bundesbahn half bei der Partnersuche. Willi Heyde arbeitete nämlich 1959 bei der Bahn in Bad Hersfeld. Da war es fü

Meckbach. Die gute alte Deutsche Bundesbahn half bei der Partnersuche. Willi Heyde arbeitete nämlich 1959 bei der Bahn in Bad Hersfeld. Da war es für ihn, den gebürtigen Bebraner, leicht herauszufinden, wann seine schon länger heimlich angebetete Margot am Bahnhof ankam und abfuhr. Bereits seit einigen Wochen versuchte der junge Willi bei Margot, der schönen jungen Frau aus Meckbach, anzubandeln. Zum ersten Date kam es am 15. Oktober 1959. Willi weiß das noch ganz genau: "Das kann ich mir gut merken, nicht nur, weil es der Lollssamstag war", erzählt er mit einem verschmitzten Lächeln. Im Wonnemonat Mai des folgenden Jahres verlobten sich die Beiden. Allerdings gab es keinen feierlichen Akt mit Glanz und Gloria. Heimlich steckten sich Margot und Willi im Hersfelder Bahnhof die Ringe an. Einziger Zeuge war der Briefkasten im Hintergrund.

"Die Verlobung verlief zwar spartanisch, aber dafür waren wir beide unheimlich glücklich", erinnern sich Margot und Willi gleichermaßen.

Am 31. März 1962  war Hochzeit. Im gleichen Jahr kam Tochter Eike zur Welt. Nur wenige Wochen nach der Geburt der einzigen Tochter stellte das Schicksal das junge Glück vor eine große Belastungsprobe. Willi verlor bei einem schweren Verkehrsunfall ein Bein. Ein Arm blieb gelähmt. Seinen Lebensmut und seinen Humor aber verlor er nicht. Stets war Margot an seiner Seite. Bis heute war Willi dutzende Mal in Kliniken.

In Meckbach, dem Wohnort des Paares, ging ein Witz mit reichlich schwarzem Humor um: "Der Heyde-Willi macht jetzt bei Wetten, dass mit. Warum? Er erkennt 36 Krankenhäuser am Geruch". Willi selbst hat darüber stets herzlich gelacht. Während er zum Chef des örtlichen Turn- und Sportvereins aufstieg und später zur Jugendleiter-Legende zu Lebenszeiten avancierte, trug Margot mit Stolz die Spielführerbinde der ersten Damenmannschaft im ganzen Kreis. Als rechte Verteidigerin stemmte sie sich mit Kraft und Geschick den gegnerischen Stürmerinnen entgegen. Willi blieb während seines gesamten Berufslebens bei der Bahn, Margot arbeitete als Einzelhandelskauffrau und Lageristin. Viele Jahre repräsentierte sie eine Kosmetikkette vor Ort. Während Willi  sich als höchste staatliche Ehrung die Bundesverdienstmedaille an die Brust heften darf, freut sich Margot über einen Sonderpreis im Rahmen des Merci-Wettbewerbs des Landkreises. Sie betreut ehrenamtlich Demenzkranke.

Am Samstag feiern beide so richtig offiziell und ganz ohne Briefkasten als Zeugen. Dafür tragen sie, wie auch sonst in ihrem Leben, geschmackvolles Tuch und stets korrekt frisiertes Kopfhaar.

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