Michael Kreissl sagt: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit!“ ...und tritt aus der SPD aus

Bad Hersfeld. Michael Kreissl, stellvertretender Vorsitzender des SPD Ortsvereins Johannesberg, tritt aus der SPD aus. Dazu hat uns Kreissl folgende P

Bad Hersfeld. Michael Kreissl, stellvertretender Vorsitzender des SPD Ortsvereins Johannesberg, tritt aus der SPD aus. Dazu hat uns Kreissl folgende Pressemitteilung geschickt:

Nach über drei Jahren als Stellvertretender SPD Ortsvereinsvorsitzender des Johannesbergs, habe ich mich aus folgenden Gründen aus dem momentanen politischen "Geschäft" abgemeldet und meine Parteimitgliedschaft gekündigt.

Bevor ich die Gründe nenne, möchte ich klarstellen, dass es nicht mein Ziel ist, "nachzutreten", dazu besteht kein Grund.

Meine Beweggrund politisch aktiv zu werden war, einfach mitzureden, in dem Bereich, in dem ich lebe. Anregungen und Veränderung des Vorhandenen durchzusetzen, wenn es erforderlich gewesen ist. Ich wollte die Meinung der Johannesberger Bevölkerung vertreten. Wir reden da übrigens von 4.500 Einwohnern.

Schnell musste ich erkennen, dass es aber so einfach nicht sein wird. Als politischer "Neuling" wurde mir sehr schnell klar, dass es gewachsene Strukturen innerhalb einer Partei gibt, die nicht gebrochen werden sollen.

Ich musste erkennen, dass einige Menschen ewig auf ihren Posten "kleben". Und dies, obwohl sie schon lange erkannt haben, dass eine neue Generation heranwächst. Die Stadtpolitik beweist dies bei fast jeder Partei. Ich schätze die Lebenserfahrung älterer Menschen endlos, schätze aber nicht den "Altersstarrsinn" und das Festhalten an "Pöstchen" um jeden Preis. Spätestens da sollten die Erfahrungen an die nachrückende Generation weitergegeben werden, um den Fortbestand des Erreichten zu sichern. Leider geschieht dies oft nicht.

Ich musste erkennen, dass auch Geld eine große Rolle spielt. Viele Politiker erkaufen sich ein "Amt" oder eine "Position". Parteispenden sind ja in Ordnung, doch sich innerhalb einer Partei "Pöstchen" zu erkaufen, dies ist unseriös, wird aber wohl in allen Parteien gerne gesehen.

Demokratie ist in vielen Parteien wohl auch ein Fremdwort. Ein kleiner Kreis der Parteiführung bestimmt, wer wann gewählt wird – danach sollen alle anderen nur noch "demokratisch abnicken". Mein jüngstes Beispiel ist die Kanzlerkandidatur einer Partei.

Ich musste auch erkennen, dass der ausgeübte Beruf eine große Rolle spielt. Ich bin kein Beamter oder Freiberufler, der sich seine Zeit frei einteilen kann,. Nein ich arbeite täglich bis 18 Uhr und konnte Termine um 16 Uhr nicht wahrnehmen. Scheinbar vergessen einige Parteien, dass es auch noch die arbeitende Bevölkerung gibt, die nicht schon am Freitag um 12 Uhr ins Wochenende geht.

Schlimm war auch die Erfahrung, dass politische Gegner meinen Arbeitgeber einbezogen haben. Ich möchte mich an dieser Stelle bei meinem Arbeitgeber bedanken, dass ich öffentlich meine politische Meinung sagen durfte, was nicht üblich ist. Ich habe es versucht, muss aber erkennen, dass es in der Politik eigene Gesetze gibt.

Ich möchte mit meinem Lieblingsspruch enden: "Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit." Ich wünsche mir, dass dies verstanden wird und bitte alle Parteien daran zu denken: "Wir sind das Volk!"

Michael KreisslBad Hersfeld

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