Millionär für zwei Tage

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Adnan Good Hurre ist sich sicher: Straßenbauer ist der richtige Job für ihn.

STRABAG-Azubi im „Galileo“-Tauschexperiment

Bebra.  Zum 20-jährigen Jubiläum hat sich das Wissensmagazin „Galileo“ auf Pro Sieben etwas besonderes ausgedacht: Zwei 20-Jährige sollen für kurze Zeit ihr Leben – Wohnung, Job und Kollegen – miteinander tauschen. Dabei fiel die Wahl auf Adnan Good Hurre aus Bebra. Der 20-Jährige, der vor fünf Jahren als Flüchtling nach Deutschland kam, absolviert hier bei STRABAG seine Ausbildung zum Straßenbauarbeiter. Sein Tauschpartner Julian Classen könnte unterschiedlicher nicht sein: Er investierte bereits mit 13 Jahren in Bitcoins, heute ist er Millionär und leitet seine eigene Beraterfirma.

Für zwei Tage tauschte Adnan also das Azubi-Wohnheim gegen ein Luxus-Penthouse in bester Lage von Köln, die Lehrbaustelle gegen das IT-Büro. „Das war echt interessant“, berichtet er. „Ich habe neue Menschen kennengelernt und einige Erfahrungen mitgenommen. Ich habe etwas erlebt, was ich nie gedacht habe.“ Dabei hat er mit seinen 20 Jahren schon Einiges hinter sich: Mit 13 Jahren floh er vor Terror und Bürgerkrieg aus seiner Heimat Somalia. Zwei Jahre dauerte die Flucht, mehrmals musste er dabei um sein Leben fürchten, bis er endlich in Europa ankam. Bei STRABAG erhielt er die Möglichkeit, eine Ausbildung zu machen. Dass er dabei auch mal in das Leben eines Millionärs hineinschnuppern würde, hätte er sich nicht träumen lassen. Doch bei aller Bewunderung für Julians gehobenen Lebensstil und dessen unternehmerisches Talent, wirklich mit ihm zu tauschen kann sich Adnan nur schwer vorstellen – zumal er auch nicht ganz durchschaut hat, woraus dessen Job eigentlich genau besteht. „Ein bisschen habe ich davon verstanden, aber das ist alles neu für mich“, sagt er. Sein Fazit lautet daher: „Für mich ist STRABAG besser – hier bin ich am richtigen Platz. Und ich liebe meine Arbeit.“

Umgekehrt brachte auch für seinen Tauschpartner Julian das Experiment einige ungewohnte Einblicke mit sich. Die harte, körperliche Arbeit auf der Baustelle, noch dazu im Freien bei Wind und Wetter, war nicht sein Ding, wie er unumwunden zugibt. Die Bagger und anderen Baumaschinen waren da schon eher nach seinem Geschmack, allerdings rief seine Charakterisierung des Fuhrparks als „großer Männerspielplatz“ energischen Widerspruch von Seiten Adnans hervor: „Für uns ist das kein Spielplatz! Die Arbeit mit den schweren Maschinen ist gefährlich und man trägt dabei eine große Verantwortung.“ Auch die Gemeinschaftsunterkunft, wo sich 20 Azubis Küche und Gemeinschaftsraum teilen, war für den Jung-unternehmer gewöhnungsbedürftig. Dabei lernte er Adnans Kollegen kennen, Deutsche ebenso wie Flüchtlinge. Von der Unternehmensphilosophie, auch zahlreichen Geflüchteten die Ausbildung zu ermöglichen, zeigte er sich beeindruckt. Dem kann Adnan nur beipflichten: „Nicht nur ich, auch die anderen Flüchtlinge, wir sind dankbar und froh, dass wir diese Chance bekommen haben.“

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