Das Herz fit machen

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Die IFK-Vorsitzende Ute Repschläger und der stellvertretende Vorsitzende Rick de Vries überreichten den Preis an Physiotherapeut Mirko Koster.

Mirko Koster aus Ronshausen erhielt für seine Forschungsarbeit den IFK-Wissenschaftspreis 

Ronshausen.  Mirko Koster, Physiotherapeut und Physiotherapiewissenschaftler aus Ronshausen, wurde mit dem IFK-Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Zusätzlich zu seiner Physiotherapiepraxis in Ronshausen arbeitet er als Dozent an der Hochschule Fulda, die ihn für den Preis vorgeschlagen hat. Jede Universität darf bis zu drei Forschungarbeiten für den Preis vorschlagen, der vom Bundesverband selbständiger Physiotherapeuten IFK (früher: Interessenverband freiberuflicher Krankengymnasten) vergeben wird. Für seine Forschungsarbeit wurde Koster mit dem 1. Preis in der Kategorie „Konzept­entwicklung“ ausgezeichnet. „Trainingsinduzierte Auswirkungen auf die autonome Herzfunktion“ lautet das Thema seiner Arbeit. Dabei geht es um Abweichungen des Herzrhythmus. „Das gesunde Herz schlägt nicht perfekt regelmäßig“, weiß Koster. Winzige Unregelmäßigkeiten (im Bereich von hundertstel bis tausendstel Sekunden) des Herzrhythmus sind ein gutes Zeichen, denn sie zeigen an, dass das Herz sich wechselnden Belastungen anpassen kann. Dies kann als Indikator für den Gesundheitszustand des Organs gewertet werden: Je höher die Anpassungsfähigkeit ist, umso gesünder ist das Organ und kann Belastungen beispielsweise durch Stress besser verarbeiten. Als Physiotherapeut, der seit über 20 Jahren im Herzsport tätig ist, wollte Koster vorrangig wissen, ob sich diese Herzfunktion durch entsprechendes Training verbessern lässt. Dadurch würde sich die Lebenserwartung von Herzpatienten deutlich steigern lassen. Hierzu hat Koster in einer intensiven Recherchearbeit Studien aus aller Welt ausgewertet und die Ergebnisse verglichen. Die Auswertung ergab ein positives Ergebnis: Herzpatienten profitieren in hohem Maße von körperlichem Training und können dadurch die Regulationsfähigkeit des Herzens deutlich verbessern. Besonders hoch ist der Effekt bei Patienten die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben. Hier kann der Erfolg des Trainings bis zu fünfmal höher sein als bei Patienten mit anderen Herzerkrankungen. Diese Erkenntnisse sollten, so hofft Koster, dazu beitragen, die Bedeutung des Herzsports für die Patienten zu fördern. Denn immer noch nutzen weniger als 30 Prozent der aus der Reha entlassenen Patienten die vorhandenen Angebote zum ambulanten Herzsport, um sich auch weiterhin fit zu halten. Mit Hilfe der Studienergebnisse werden Patienten in Zukunft besser für die Bedeutung sportlicher Aktivitäten für ihre Gesundheit sensibilisiert werden können.

Zur Person: Mirko Koster studierte Sportwissenschaft und absolvierte die Ausbildung zum staatlich anerkannten Physiotherapeuten. Im Anschluss studierte er Physiotherapiewissenschaft. Er betreibt eine eigenen Praxis in Ronshausen zusammen mit seiner Ehefrau und drei Mitarbeitern. Die Praxis bietet schwerpunktmäßig Therapien an, für die ein wissenschaftlicher Wirk-samkeits­nachweis erbracht werden kann. Als Studienautor im Bereich der Primärforschung hat er bereits mehrere Fachbeiträge zu verschiedenen Themen der Sportmedizin und Physiotherapie veröffentlicht.

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