Möglichkeiten - Herausforderungen: Erste Ergebnisse im „MORO-Prozess“

Bad Hersfeld. Das "Modellvorhaben der Raumordnung Hersfeld-Rotenburg", der sogenannte "MORO-Prozess", nimmt weiter Gestalt an: Na

Bad Hersfeld. Das "Modellvorhaben der Raumordnung Hersfeld-Rotenburg", der sogenannte "MORO-Prozess", nimmt weiter Gestalt an: Nach 16 Monaten der Diskussionen und Überlegungen, nach Entwürfen von Szenarien und Modellen, nach Erörterung von Möglichkeiten und Herausforderungen, kamen vor wenigen Tagen die Akteure der fünf Arbeitsgruppen zusammen und präsentierten ihre Zwischenergebnisse. Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt begrüßte die Mitwirkenden und dankte ihnen für die engagierte und kontinuierliche Mitarbeit in den Arbeitskreisen "Ärztliche Versorgung", "Senioren", "Bildung", "Innenentwicklung" sowie "Technische Infrastruktur, die als Kernthemen zur Gestaltung und Bewältigung des demographischen Wandels herausgearbeitet waren.

Aktuell interpretierte Prof. Rainer Winkel vom Deutschen Institut für Stadt und Raum DISR die Bevölkerungszahlen nach dem Zensus-Ergebnis. Sie weichen zwar ab von der langfristigen Prognose, doch verändern sie die Tendenz nur minimal und dann auch noch zum Besseren. Auf dieser Grundlage fußte auch die Präsentation von Dipl. Ing. Björn Schwarze, von der Stadt- und Regionalforschung Spiekermann & Wegener präsentierten Begleitforschung sowie die Berechnung von Erreichbarkeiten angesichts der älter werdenden Gesellschaft.

Dr. Jörg Merkel, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Alheim, fasste die Vorschläge der AG "Ärztliche Versorgung" in zwei Basispunkten zusammen: Aufbau von Mehrbehandlungspraxen sowie Aufbau und Einsatz von "Versorgungsassistentinnen in Hausarztpraxen – VERAH". So ließe sich der absehbare Hausarztmangel und die Konzentration auf weniger Standorte überbrücken, betonte der Experte, der dringenden Handlungsbedarf anmahnte.

Bei der Seniorenbetreuung heißt das Kernergebnis "Kommunale Senioren-Betreuer" (KSB)". Es sind dies Personen mit hoher Sozialkompetenz und umfassenden Kenntnissen der gesamten Hilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten, wie Ronald Loot vom Evangelischen Altenzentrum Hospital als Berichterstatter zusammenfasste.

Bei der Bildung setzen die Experten auf jahrgangsübergreifenden Unterricht sowie Schulverbünde, um die Wege zu den Grundschulen kurz zu halten, erklärten Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz und Oliver Wiedemann vom kommunalen Schulamt. Zusammenarbeit sei auch bei den Schulsekretariaten sowie den Hausmeisterdiensten nötig und Ganztagsangebote müssten weiter forciert werden.

In der Innenentwicklung der Gemeinden steht nach der Präsentation durch Nadja Speich, Leiterin des Fachdienstes Bauwesen, eine abgestimmte Flächenentwicklung im Vordergrund. Vor allem bei der Vermarktung und da verstärkt bei Problemimmobilien müsste kooperiert werden durch die Kommunen. Leerstand und Brachen sowie ein gestaltender Rückbau ermöglichten neue Entwicklungen in vielen Dörfern, die auf die älter werdenden Gesellschaften abgestimmt sein müssten.

Das ist auch eines der Ergebnisse der AG "Technische Infrastruktur", die sich im Wesentlichen mit dem Abwasserproblem auseinandersetzte. Dr.-Ing. Jürgen Wiese von der Gesellschaft für kommunale Umwelttechnik mbH wies auf den hohen Handlungsbedarf bei zahlreichen Kläranlagen hin und auf die Verschärfung der Standards durch die EU. Es müssten Förderprogramme aufgelegt werden, um die Kommunen bei diesen aufwändigen Maßnahmen zu unterstützen.

Landrat Dr. Schmidt verband den Dank an die Akteure mit der Präsentation der weiteren Schritte. Aktuell würde sich der Kreis mit den beiden Themenbereichen "Senioren" sowie "Ärztliche Versorgung" beim Bundesministerium an einer weiteren Ausschreibung beteiligen. Hierbei sollen neue Wege im Zusammenspiel der Seniorenversorgung mit der ärztlichen Versorgung erprobt werden.

Für den 30. August 2013 ist die Abschluss-Veranstaltung geplant. Dort sollen alle Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt und die Prämierung der Beiträge des Wettbewerbs "Hier will ich sein – hier werd’ ich alt" vorgenommen werden.

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