Möglichst viel testen

Die mobilen Impfteams von Hildwein Gesundheitskompetenzen – hier mit Bürgermeister Thomas Fehling und Daniel Hildwein – führen die Tests in den Betrieben durch.
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Die mobilen Impfteams von Hildwein Gesundheitskompetenzen – hier mit Bürgermeister Thomas Fehling und Daniel Hildwein – führen die Tests in den Betrieben durch.

Massentests helfen bei der Corona-Eindämmung

Bad Hersfeld. Seit dieser Woche sind im Landkreis Hersfeld-Rotenburg nicht nur individuelle Schnelltests in Testzentren, sondern auch Testungen direkt in den Unternehmen vor Ort umsetzbar. Dieses Angebot wurde möglich durch eine Kooperation von „Hildwein Gesundheitskompetenzen“ und der „Arbeitsmedizinischen Untersuchungsstelle“ von Dr. Michl. In der jetzt heiklen Phase der Pandemie sei es besonders wichtig, dass umfassend und regelmäßig getestet werde, um einen Überblick über das Pandemiegeschehen zu bekommen, sind sich Apothekerin Saskia Hildwein und der Betriebsarzt Dr. Manfred Michl einig. „Impfen ist natürlich die beste Lösung“, sagen sie, doch bis ein ausreichender Impfschutz erreicht ist, müsse man der Pandemie eben mit diesem „zweitbesten Mittel“ Einhalt gebieten. Die mobilen Testteams gehen dabei wöchentlich in die Betriebe, um die Mitarbeiter zu testen. Das Angebot ist bewusst niedrigschwellig, um möglichst viele Meschen zu erreichen: Die Mitarbeiter/innen müssen sich in ihrer Freizeit weder um einen Termin kümmern noch zu einem Testzentrum fahren, um einen Schnelltest durchführen zu lassen. Ein weiterer Vorteil dieser Kooperation ist, dass bei einem positiven Schnelltest-Ergebnis auch gleich ein PCR-Test durchgeführt wird. Dieser ist verpflichtend, wird jedoch nicht überall mit angeboten, wo auch Schnelltests durchgeführt werden. Dann muss der Patient sich selbst darum kümmern, wo er einen PCR-Test durchführen lassen kann, während er sich aber gleichzeitig in Quarantäne begeben soll. „Wir sind sehr froh, einen solchen Kooperationspartner vor Ort zu haben, denn uns ist bei den Schnelltests für die Betriebe eine hohe Qualität sehr wichtig“, sagt Dr. Michl. Die im Testteam von „Hildwein Gesundheitskompetenzen“ verwendeten Tests der Firma Roche sind besonders hochwertig und liefern sehr viel zuverlässigere Ergebnisse als andere zugelassene Schnelltestverfahren. Man hoffe nun, möglichst viele Menschen zu erreichen und mit den wöchentlichen Tests einen standardisierten Prozess zu etablieren, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen. „Die Aussagekraft der Schnelltests steigt, wenn wir regelmäßig die gleichen miteinander interagierenden Personengruppen testen.“, erklären Saskia Hildwein und Dr. Michl. „Zusätzlich zu anlassbezogenen Tests können auf diese Weise auch symptomlos Infizierte und deren Kontaktpersonen frühzeitig erkannt werden. Eine solche Teststrategie sei angesichts der nun beginnenden dritten Infektionswelle unbedingt nötig“, erklärt Dr. Michl und fügt hinzu: „Ohne einen kompetenten Kooperationspartner könnten wir das so nicht leisten“. Und dabei ist keine Zeit zu verlieren. Die britische Mutante treibt die dritte Welle an und macht bereits heute 75 Prozent der registrierten Infektionen aus. Durch die Massentests werden die Inzidenzen erst einmal ansteigen – rund zwei Monate kann es dauern, bis sich der positive Effekt von systematischen Testungen auch in den Zahlen zeigt. Dies beweisen schon heute Beispiele aus Süddeutschland, in Tübingen und Böblingen, wo bereits im Dezember mit umfangreichen Testreihen begonnen wurde und jetzt im Februar niedrige Inzidenzwerte erreicht wurden. Für eine möglichst umfassende Teststrategie werden deshalb noch weitere Mitarbeiter für die mobilen Impfteams gesucht. Dabei sind keine Qualifikationen im Gesundheitsbereich nötig: Die Testhelfer werden direkt durch geschultes Personal in den Ablauf der Tests eingewiesen. „Jeder, der Zeit hat und sich engagieren möchte, kann so einen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie leisten“, versichern die Kooperationspartner Saskia Hildwein und Dr. Manfred Michl.

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