Illegale Müllentsorgung: Jeder ist gefragt

Ein Kommentar von KA-Redakteur Rick Fröhnert zu den vermehrt vorkommenden illegalen Müllentsorgungen im Kreis

Ich hatte jüngst die Chance, in den Alltag und die Arbeit des ­Müllabhol-Zweckverbandes (MZV) zu schauen. Es ist ganz schön beachtlich, was die Mit­arbeiter dort jeden Tag – ob ­bei Sonne, Regen oder Schnee – ­leisten. Umso mehr verärgert es mich, wenn ich sehe, wie dreiste Bürger ihren Müll bergeweise einfach illegal entsorgen. Auf meiner Tour mit Björn Berger, der auch für die Einsatz- und ­Touren­­­planung zuständig ist, konnte ich die Ausmaße dieser ­illegalen Müllentsorgungen dann auch mit eigenen Augen sehen. Wir fuhren unter anderem die Grimmelbergstraße an, in der sich Glascontainerstellplätze befinden. Dort warfen unbekannte Übel­täter gleich einen ganzen Berg Müll ­direkt hinter die Container. Ob Reifen, Matratzen oder alte ­Elektrogeräte – alles lag kreuz und quer auf der Straße. Direkt neben einem Kinderspielplatz.

Da frage ich mich doch ganz ehrlich: „Gehts noch?!“ Ich möchte nicht wissen, ob diejenigen, die ihren Müll einfach achtlos dort hinschmeißen, auch in den ­eigenen vier Wänden so hausen – wie im Schweinestall. Getreu dem Motto: „Es wird schon jemand wegräumen.“ Doch was viele nicht bedenken: Bei solchen illegalen Müllentsorgungen handelt es sich um ­Delikte, die mit hohen Bußgeldern bestraft werden. Mit Recht, in meinen Augen. Nur so kann man hier der Lage Herr werden.

Es ist daher umso wichtiger, dass die Anwohner die Augen offen halten und Vorfälle direkt melden. Jeder ist gefragt! Am Ende sind nämlich nicht nur die Mitarbeiter des MZV die Leidtragenden, die den ganzen Müll entsorgen müssen, sondern alle Bürger. Für mehr Arbeit muss langfristig nämlich auch jemand aufkommen. Und spätestens dann ist das Geschrei groß. Vielleicht sollte sich der eine oder andere also nun mal fragen, ob er seinen Müll weiterhin einfach mutwillig auf die Straße schmeißt. Möglichkeiten, diesen schnell, ­kostengünstig und vorallem legal zu entsorgen, gibt es genug.

In Kassel gab es erst kurz vor Weihnachten einen Fall, bei dem ein Müllwerker von ­einem Autofahrer mit einem Messer bedroht wurde. Nur weil er mit seinem ­Auto nicht schnell ­genug an einem Müllwagen vorbeikam. ­Eine Anzeige wegen Bedrohung und ­Nötigung läuft. Man darf vor ­allem nicht vergessen, dass wir ­alle ohne Müllwerker wie die des MZV ganz andere Probleme ­hätten – und sollten stattdessen einfach mal „Danke“ sagen.

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