„Müllgott“ triumphiert

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Haufenweise Müll liegt auf und um das Grundstück von Möller – er möchte alles behalten.

Müllsammler bringt RP mit Selbstmorddrohung zum Einknicken

Neuenstein. Ein ganzer Hof erstickt im Dreck – und der selbsternannte "Müllgott" aus Neuenstein, Matthias Möller, steckt mittendrin. In seinem Garten am Hof Erzebach befinden sich insgesamt rund 120 Kubikmeter Abfall – und es wird immer mehr.

Das Regierungspräsidium Kassel hatte jüngst ange-­kündigt, die Abfälle zu be-­seitigen. Das brachte Müllsammler Möller auf die ­Palme, er drohte sogar mit Selbstmord. Daher wurde die geplante Entsorgung des ­Unrats am 20. April nun ver-­schoben – nach "intensiven Beratungen", wie es in einer Pressemitteilung des RP heißt.

In der Erklärung heißt es ­weiter: "Das Regierungspräsidium hat sich zu diesem Schritt entschlossen, weil ­eine akute ­Gefährdung für Leib und ­Leben des Verur-­sachers der Müllablagerung und Besitzers der Grundstücke nicht ausgeschlossen werden konnte. Er hatte mehrfach angekündigt, sich das Leben zu nehmen. Ein neuer Termin für die Be­-­seitigung der Abfälle steht noch nicht fest."

Was für andere Müll ist, bezeichnet Möller als Kunst, eröffnete vor einigen Jahren ein selbsternanntes "Müll-Recycling-Museum" (der KA berichtete). Damals sagte er im KA-Gespräch, er versuche "aus Scheiße Geld zu ­machen." Bisher ohne Erfolg.

Auch mit Nachbarn kommt es immer wieder zum Streit. So beschweren sich Anwohner über haufenweise Müll, der auf dem Grundstück liege. Ein Nachbar zum KA: "Fakt ist, Herr Möller sammelt und transportiert in seinem Pkw, den er bis unter das Dach mit allen möglichen Gegen-­ständen, von Kanistern, Holzpaletten, Glas- und Plastik-­flaschen bis zum Kinder-­wagen etc. voll lädt, was ­andere ­Leute für die Müll-­beseitigung bereitgestellt haben." Und weiter: "Ein sachliches Gespräch ist mit Herrn Möller nicht möglich. Er brüllt sofort in einer sehr ­aggressiven Art und Weise."

Einige Nachbarn hätten sogar große Angst vor Möller und fürchteten um ihre Sicherheit. Möller selbst interessiert das wenig. Bei einem Telefonat mit der KA-Redaktion in der vergangenen Woche gab er sich selbstsicher: "Mir ist das egal, wenn mein Hof geräumt wird, dann bringe ich mich um." Zudem sehe Möller sich nur als Opfer. "Ich werde nicht aufgeben und mir mein Leben nicht kaputt machen lassen", sagte er.

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