Nach Bandscheibenvorfall keine Reha für Heike S. – Rentenversicherung sagt: „Sie war zu krank dafür“

Lispenhausen. Rückenschmerzen – und das jeden Tag. Damit musste Heike S. aus Lispenhausen kämpfen. Los ging es bei der 41-Jährigen im vergangene

Lispenhausen. Rückenschmerzen – und das jeden Tag. Damit musste Heike S. aus Lispenhausen kämpfen. Los ging es bei der 41-Jährigen im vergangenen Jahr. Nach verschiedenen intensiven Physiotherapien und Akupunkturen beantragte sie Ende Juni bei der Deutschen Rentenversicherung eine Reha, um so schnell wie möglich wieder arbeiten gehen zu können. "Ich dachte, so könnte ich eine Operation vermeiden", erklärt sie.

Mitte September kam die Ablehnung. Irgendwann wurden die Schmerzen unerträglich. "Ich ließ ein MRT machen. Der Befund ergab eine Spinalkanalstenose, einen Bandscheibenvorfall und eine Vorwölbung der Lendenwirbel drei und vier", ergänzt Heike S.

Den Befund schickte sie zusammen mit ihrem Widerspruch im Oktober 2011 an die Deutsche Rentenversicherung. In der Hoffnung, die Reha würde nun endlich bewilligt werden, wartete Heike S. auf einen Bescheid. "Es wurde immer schlimmer", beschreibt sie den Schmerz. "Die Schmerzen strahlten vom Gesäß über den Oberschenkel bis ins Bein. Ich konnte beim Autofahren kaum die Kupplung treten. Dann bekam ich Ausfallerscheinungen und meine Zehen wurden taub. Daraufhin ließ ich mich von einem Neurochirurgen untersuchen. Er sagte mir, dass man bei diesem Befund nur noch operieren könne, um dauerhaft schmerzfrei zu sein", so Heike S.

Eine Woche später legte sich die 41-Jährige unters Messer. Zwischen dem Krankenhausaufenthalt und der Anschlussheilbehandlung durfte sie für eine Woche nach Hause. "In dieser Woche flatterte ein Brief der Rentenversicherung ins Haus. Das war am 21. März, fünf Monate nach meinem Widerspruch", erinnert sich Heike S. In dem Brief wurde ihr Widerspruch zurückgewiesen mit der Begründung: "Auch der zusätzlich im Widerspruchsverfahren eingesandte MRT-Befund (...) hat keine weiteren gesundheitlichen Einschränkungen ergeben, die für Leis-tungen zur medizinischen Rehabilitation sprechen." "Darüber habe ich mich so geärgert", erklärt sie. "Hätte wenigstens in der Begründung gestanden, dass eine Reha nicht geholfen hätte, hätte ich es verstanden. Aber so nicht", empört sie sich.

Mittlerweile ist sie operiert, hat eine vierwöchige Anschlussheilbehandlung hinter sich und nimmt an einem Irena-Programm (Intensive Rehanachbehandlung) teil. "Das bezahlt übrigens auch die Deutsche Rentenversicherung", erklärt Heike S. "Hätte man mir die Reha bewilligt und hätte sie geholfen, wäre das die Rentenversicherung billiger gekommen. So hat sie sich ein Eigentor geschossen", meint sie.

Ein Pressesprecher der Deutschen Rentenversicherung Bund Berlin erklärte gegenüber dem KA: "Die Deutsche Rentenversicherung Bund hat die Rehabilitation von Heike S. deswegen abgelehnt, weil die Akutbehandlung noch nicht abgeschlossen war. Mit anderen Worten: Frau S. war zu krank, um dem Rehabilitationsprogramm zu folgen. Eine Reha verursacht immer Kosten. Die hätten wir übernommen, wenn bei Frau S. eine Rehabilitationsfähigkeit bestanden hätte. Das war nicht der Fall. Deswegen konnte der Rehabilitationsmaßnahme auch im Widerspruchsverfahren nicht stattgegeben werden. Die Anschlussheilbehandlung nach der Operation wurde durch die Deutsche Rentenversicherung Bund bewilligt".

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