NBL: Muzkkka kommt 15 Jahre zu spät

Bad Hersfeld. Keine Zustimmung der Fraktion Neue Bürgerliste (NBL) finden Überlegungen, das in Rotenburg gescheiterte Museum für zeitgenössische K

Bad Hersfeld. Keine Zustimmung der Fraktion Neue Bürgerliste (NBL) finden Überlegungen, das in Rotenburg gescheiterte Museum für zeitgenössische Kunst, Kultur und Karikatur (Muzkkka) in Bad Hersfeld anzusiedeln.

"Die Initiative kommt 15 Jahre zu spät, nachdem man woanders Schiffbruch erlitten hat", erläutert NBL-Fraktionsvorsitzender Michael Bock.

In der ersten Hälfte der 90er-Jahre habe Bad Hersfeld beste Beziehungen zu Professor Walther Keim, dem Initiator des Muzkkka, gehabt. Jährlich hätten mit Hilfe von Keim zur Festspielzeit überregional beachtete Karikaturenausstellungen und Sonderveranstaltungen mit deutschen Spitzenkarikaturisten wie Walter Hanel, Dieter Hanitzsch, Horst Haitzinger, Burkhard Mohr oder Reiner Schwalme stattgefunden. Damals hätte man auch an eine Dauerausstellung denken können.

Mit Beginn der Amtszeit des damaligen Bürgermeisters seien diese Kontakte vernachlässigt worden und eingeschlafen. "Wenn heute bejammert wird, dass zu wenig Promis zu den Festspielen und auch sonst nach Bad Hersfeld kommen, findet das auch hier eine Erklärung: Promis waren damals nicht unbedingt erwünscht, insbesondere nicht, wenn die Idee nicht vom Bürgermeister kam", so der NBL-Fraktionsvorsitzende nicht ohne ironischen Unterton.

In Bad Hersfeld könne man heute mit Hilfe von Professor Keim an die früheren Karikaturenausstellungen im Kapitelsaal zur Festspielzeit anknüpfen, was eine Bereicherung der Festspielzeit darstellen würde.

Einem weiteren Museum im Schildepark könne die NBL jedoch nicht zustimmen. "Der Name täuscht", meint Michael Bock. "In Rotenburg gibt es kein Museum, sondern es finden wechselnde Ausstellungen statt. Auch gibt es weder einen für Dauerpräsentationen geeigneten Fundus noch ein personelles oder fachliches Konzept. Mit anderen Worten: Es gibt keinerlei Grundlage für ein Museum."

Auch sei der Schilde-Park kein geeigneter Ort. Die Stadt müsste dort für ein Museum Miete an eine Ihre Gesellschaften zahlen, um steuerlichen Problemen zu entgehen. Geplant sei bislang aber, dass  fremde Dritte als Mieter der Stadt Einnahmen bescherten und nicht Steuergelder von der linken in die rechte Tasche wanderten. "Die Stadt hat überhaupt kein Geld, um zusätzliche feste kulturelle Institutionen zu schaffen, ohne die bisherigen Engagements zu gefährden. Was an Geld in einem Muzkkka landen würde, müsste woanders eingespart werden", warnt der frühere hauptamtliche Kämmerer und Kulturdezernent der Stadt.

"In der Caricatura in Kassel und deren Zweigstelle in Frankfurt werden seit 1984 mit großem Erfolg Karikaturen ausgestellt, und wir sollten nicht den peinlichen Versuch unternehmen, das gerade mal 60 Kilometer von Kassel entfernt kopieren zu wollen", argumentiert Bock weiter.

Und schließlich habe man in Rotenburg die Erfahrung gemacht, dass es wenig sinnvoll sei, sich bei der Schaffung einer Institution wie einem Museum ausschließlich an den Plänen einer einzelnen Persönlichkeit zu orientieren.

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