Neue Facebook-Abzocke: Eine Betroffene berichtet

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Mit einer neuen Betrugsmasche machen Kriminelle derzeit jede Menge Geld - auch in unserem Landkreis. Wir klären, wie man sich schützen kann.

Bad Hersfeld. "Hallo. Gib mal deine Nummer". Die Freunde von Anna-Lena Roßbach haben sich erst einmal nichts dabei gedacht, als sie diese Nachricht von der ­Schülerin bei Facebook erhielten. Doch schnell wurden sie ­misstrauisch: Hinter der scheinbar harmlosen Anfrage verbirgt sich  eine  ­Betrugsmasche, die das Vertrauen ­unter Freunden ausnutzt und von der schon mehrere Bewohner des Landkreises betroffen sind. Die Polizei bestätigt auf unsere Nachfrage bereits sechs solcher Fälle   im Jahr 2015. Betroffen sind dabei alle Bevölkerungsschichten.Die Täter ­gehen dabei stets nach dem gleichen Muster vor: Sie ­klauen persönliche Daten und ­Fotos beliebiger Facebook-User und erstellen ein identisches Profil des Opfers. Von diesem aus werden alle Kontakte des Geschädigten mit der Nachricht "Hallo, gib mal deine Nummer." und einer Freundschaftsanfrage kontaktiert. Eine Sache von wenigen Minuten.

Wer auf die Abzocke hereinfällt und nichtsahnend seine Nummer preisgibt, steckt schon in der Falle fest: Über den Internet-Bezahlservice "Zong", einem sonst seriösen Tochterunternehmen von PayPal, werden über die ­Handynummern der Opfer Geldtransaktionen durchgeführt. Natürlich ohne deren Wissen. Zuvor haben die ­Täter ein Konto bei "Zong" eingerichtet und die Telefonnummer des Opfers angegeben.

Mit Bestätigung dieser Nummer durch das Opfer ist dann das Konto eingerichtet. Der Täter kann nun über Zahlencodes, die bei jeder Transaktion an die ­Handynummer verschickt werden, online ­einkaufen – die beliebig verursachten Kosten werden dann vom ­Mobilfunkanbieter über die nächste ­Telefonrechnung abgezogen. Natürlich haben Anna-Lena Roßbach und ihre Freunde ­Facebook umgehend angeschrieben und die ­Löschung des Fake-Profils angefordert. Bislang ist allerdings noch nichts weiter geschehen. Auf Schadensersatz braucht man sich allerdings wohl keine Hoffnung zu machen. Christiane Eichhorn vom Bad Hersfelder Betrugskommissariat erklärt: "Die Zurückverfolgung der IP-Adressen ist sehr schwierig."

Die 18-jährige Schülerin, die ­Opfer des Betrugs wurde, möchte andere Menschen davor warnen, in die "Zong"-­Falle zu tappen. Sie sagt: "Hoffen wir, dass die Menschen anhand meines Beispiels mehr Acht geben."

+++ EXTRA-INFO: Das rät die Polizei +++

Bad Hersfeld. Wie verhält man sich, wenn man persönlich in die "Facebook-Falle" gerät? Christiane Eichhorn sagt: "Man muss grundsätzlich alles, was einem komisch vorkommt, hinterfragen. Wer tut was mit welchen Absichten in sozialen Netzwerken? Man muss sich bewusst sein, welche Daten man von sich preisgibt. Das grundsätzliche Erstellen von Fake-Facebook-Accounts ist nicht  strafbar. Erst der Vermögensschaden, der den Opfern entsteht, stellt einen Betrug dar." Auf jeden Fall sollte man aber den Schaden bei der Polizei melden, ebenso bei ­Facebook.

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